05.06.2015   |

Gehalt

Steuerfreie Zusatzleistungen

Anreize für die Mitarbeiter

Gehaltserhöhungen werden zu nicht unerheblichen Teilen durch Steuern und Sozialabgaben minimiert. Demgegenüber kommen steuerfreie oder steuerbegünstigte Zusatzleistungen des Arbeitgebers ganz oder teilweise direkt beim Mitarbeiter an. Solche Extras sollten jedoch nicht spontan umgesetzt werden, denn es gilt, Besonderheiten zu beachten und abzustimmen.  

Foto: Stockbyte / Thinkstock

Große Bedeutung hat der Firmenwagen

Ein solches der Motivation förderliches Privileg wie der Firmenwagen stellt auf den ersten Blick keine steuerfreie Zusatzleistung dar. Vielmehr ist es mit strengen steuerlichen Regulierungen verknüpft. Für den geldwerten Vorteil fallen Steuern und Sozialabgaben an. Die Höhe des Vorteils wird mit der Ein-Prozent-Methode oder der Fahrtenbuchmethode ermittelt.

Die Ein-Prozent-Regel ist relativ simpel zu lösen, erweist sich aber häufig als kostspielig. Der Fahrtenbuchnachweis dagegen kann zu deutlich günstigeren Ergebnissen führen, ist aber aufwendig und penibel zu führen und deshalb oft nicht gerade beliebt. Finanzamtsprüfer bemängeln auch häufiger die Ordnungsmäßigkeit eines Fahrtenbuches. Mit einem elektronisch geführten Fahrtenbuch kann man diese Diskrepanz relativ leicht überwinden.

Parkhilfe vom Finanzamt

Mietet der Arbeitgeber am Arbeitsort für seinen Arbeitnehmer einen PKW-Stellplatz an, liegt nach einem Urteil des Finanzgerichts Köln lohnsteuerpflichtiger Arbeitslohn vor. Die Finanzverwaltung zeigt sich jedoch großzügig und wendet diese Entscheidung nicht an. Parkplätze, die der Arbeitgeber seinen Mitarbeitern zur Verfügung stellt, sind damit nicht zu besteuern.

Gutscheine bis zu 44 Euro pro Monat

Solche Sachbezüge als Extra-Leistung bleiben steuer- und beitragsfrei, wenn kein Barlohn vorliegt. Ein Gutschein ist betragsmäßig festzulegen und darf nicht in Geld umgetauscht werden. Gutscheine sind beliebt, weil sie flexibel zu handeln sind, sie können als Tankgutschein oder als Warengutschein ausgestellt werden. Die Monatsgrenze ist exakt einzuhalten, ein Cent mehr führt zur Steuer- und Sozialversicherungspflicht des Gesamtbetrages.

Aufmerksamkeiten aus persönlichem Anlass bis zu 60 Euro pro Monat

Hierzu gehören Annehmlichkeiten oder Gelegenheitsgeschenke von Arbeitgeberseite als Sachzuwendung. Bei einem Geburtstags- oder Hochzeitsgeschenk muss es sich um ein Übliches handeln, etwa Bücher, Blumen, Süßigkeiten. Die Freigrenze liegt ab 2015 bei 60 Euro (bis 2014 waren es nur 40 Euro). Auch hier handelt es sich nicht um einen Freibetrag, ein Cent zuviel zerstört insgesamt die Steuer- und Sozialversicherungsfreiheit.

Getränke während der Arbeitszeit

Stellt der Arbeitgeber Getränke während der Arbeitszeit - Kaffee, Tee, Mineralwasser oder Saft - zur Verfügung, gelten diese auch als Aufmerksamkeit, werden aber nicht auf die Freigrenze angerechnet. Bei Mitnahme nach Hause gilt das nicht, etwa beim kostenlosen Bier für den häuslichen Bedarf (wie im Braugewerbe verbreitet).

Smartphone, Handy und PC

Die Überlassung von Datenverarbeitungs- und Telekommunikationsgeräten sowie Personalcomputer - so die amtsdeutsche Bezeichnung - ist steuer- und sozialversicherungsfrei. Dabei kommt es nicht auf den Anteil der beruflichen oder privaten Nutzung an, und es ist auch egal ob diese Vorteile zusätzlich zum Arbeitslohn oder durch Gehaltsumwandlung erbracht werden. Wichtig ist die leihweise Überlassung des dem Arbeitgeber gehörenden Gerätes.

Betreuungszuschüsse zugunsten von Kindern der Mitarbeiter

Sowohl Sachleistungen, wie ein Betriebskindergarten, als auch Geldleistungen zur Unterbringung und Betreuung von nicht schulpflichtigen Kindern bleiben abgabenfrei.

Es gibt keine betragsmäßige Grenze bis auf die tatsächlichen und nachgewiesenen Kosten. Begünstigt ist die Betreuung in Kindertagesstätten oder vergleichbaren Einrichtungen wie Ganztagspflegestellen oder Tagesmütter. Nicht begünstigt ist die Betreuung im eigenen Haushalt durch Kindermädchen oder Haushaltshilfen. 

Leistungen für die Gesundheitsförderung

Zunehmend beliebter erweist sich die betriebliche Gesundheitsförderung von Mitarbeitern. Bis zu 500 Euro im Jahr dürfen pro Mitarbeiter abgabenfrei zusätzlich zum Arbeitslohn als Geld- oder Sachleistung vergütet werden. Es muss sich um eine Förderung im Sinne der §§ 20 und 20a SozialgesetzbuchV handeln. Beiträge für Fitnessstudios oder Sportvereine gehören grundsätzlich nicht dazu.

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von Wolfgang Wawro, Steuerberater, DStV-Steuerexperte

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