07.07.2016   |

Gehalt

Gehaltsstudie: Wie viel verdienen Vertriebsingenieure?

Vertriebsingenieure sind gefragt und das schlägt sich im Einkommen nieder. Wer den richtigen Mix aus kaufmännischen, technischen und kommunikativen Eigenschaften mitbringt, kann gut verdienen.

Im Vertrieb sind wirtschaftliches Kow-how und gute Kommunikationsfähigkeiten gefragt.

Foto: Purestock / Thinkstock

Für den Vertrieb beschäftigen Industrieunternehmen zunehmend Ingenieurinnen und Ingenieure. Denn mit ihrem Sachverstand für die technischen Produkte in Kombination mit wirtschaftlichem Know-how sind sie bestens vorbereitet – für die Vermarktung von Spitzentechnologien, den Aufbau vertrauensvoller Kundenbeziehungen und die Erkundung neuer Absatzmärkte. Wie die neue Gehaltsstudie von ingenieurkarriere.de zeigt, verdienen die Ingenieure im technischen Vertrieb auch gar nicht schlecht. Im Verlauf des Textes klären wir:

  • Wie man Vertriebsingenieur wird
  • Was man als Ingenieur im Vertrieb verdient
  • Was das Gehalt beeinflusst
  • Welche Rolle der variable Anteil spielt
  • Wo Vertriebsingenieure beschäftigt sind und
  • Welche langfristigen Verdienstaussichten bestehen

Wie wird man zum Vertriebsingenieur?

In Deutschland gibt es Hochschulen, die waschechte Vertriebsingenieure ausbilden. So bietet etwa die FH Kiel einen Bachelorstudiengang Internationales Vertriebs- und Einkaufsingenieurwesen an, an der Ruhr-Uni Bochum lässt sich ein Master Sales Engineering and Product Management studieren und die HS Kaiserslautern sowie die HS Furtwangen haben jeweils einen MBA-Studiengang zum Vertriebsingenieur im Angebot.

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Neben den grundständigen Studiengängen gibt es aber auch die Möglichkeit, den Schwerpunkt Vertrieb etwa im Studienfach Wirtschaftsingenieurwesen zu wählen oder im Maschinenbaustudium.

Was verdienen Vertriebsingenieure?

Fach- und Projektingenieure im Vertrieb verdienen im Schnitt zwischen 48.000 EUR und 71.000 EUR. Der Median der letzten Gehaltsstudie von ingenieurkarriere.de lag bei exakt 57.288 EUR Jahresbruttogehalt. Diese Zahl mag etwas täuschen, da unter den Fach- und Projektingenieuren naturgemäß auch viele Berufseinsteiger zu finden sind. Sie verdienen grundsätzlich etwas weniger als berufserfahrene Kollegen auf derselben Position. Wenn Sie diese Zahl also zur Einordnung Ihres eigenen Gehalts nutzen wollen, sollten Sie Variablen wie die Berufserfahrung mitbedenken.

Was beeinflusst das Gehalt von Ingenieuren im Vertrieb?

Mit zunehmender Berufserfahrung übernehmen viele Ingenieure im Vertrieb auch mehr Verantwortung – ob für Mitarbeiter oder Projekte. Das schlägt sich auf das Gehalt nieder: Ein Projektmanager im Vertrieb etwa gehört zu den Spitzenverdienern unter seinesgleichen und hebelt eine ansonsten recht gängige Logik aus.

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Üblicherweise sagt man, dass die größten Gehaltssprünge in den ersten Jahren gemacht werden, also bei Berufseinstieg oder zu Beginn neuer Positionen. Der Projektmanager aber scheint auch nach über zehn Jahren Berufserfahrung in jener Position noch Gehaltssprünge über 10% machen zu können. Kurzum: In keiner anderen Position wird der Zugewinn an Erfahrung im Umgang mit Projekten und Mitarbeitern so gut honoriert wie in der des Projektmanagers.     

Großer variabler Bestandteil bei Vertriebsgehältern

Die blanken Zahlen sagen im Falle der Vertriebsingenieure noch nicht allzu viel aus. Denn dieser Unternehmensbereich ist extrem erfolgsgetrieben. Soll heißen: Wer gute Arbeit leistet, stabile Kundenbeziehungen aufbaut und pflegt sowie neue Produkte umsetzt, erhält den vertraglich festgesetzten variablen Bestandteil seines Gehalts voll ausgezahlt. Wer seine Ziele dagegen verfehlt, geht mit weniger als dem vollen Jahresbruttogehalt nach Hause.

Laut der aktuellen Gehaltsstudie von ingenieurkarriere.de, der die tatsächlichen Einkommensdaten von 10.245 Ingenieurinnen und Ingenieuren zugrunde liegen, lag der variable Anteil am Bruttoverdienst eines Vertriebsingenieurs zuletzt bei rund 8%. Das ist ein relativ hoher Medianwert. Zum Vergleich: In der Projektierung lag der variable Anteil im Schnitt bei unter 6%.

Der Vertriebsingenieur als Tausendsassa

Wer als Ingenieur im Vertrieb arbeitet, kann nahezu überall eine Stelle finden: bei kleinen wie großen Unternehmen, im Maschinenbau ebenso wie in der Logistikbranche. Die Wahl des Arbeitgebers, das zeigt die Gehaltsstudie seit Beginn der Erhebungen, bestimmt auch maßgeblich die Höhe des Gehalts.

Kleine Unternehmen zahlen in der Regel weniger als große und die wiederum weniger als Konzerne. Und wer Pharma- und Chemieprodukte vertreibt, verdient in der Regel mehr als ein Ingenieur, der Baumaschinen verkauft. Denn die Chemie- und Pharmabranche zählt für alle Ingenieurberufe zu den Top-Arbeitgebern in Bezug auf Gehalt. Die Baubranche landet dagegen regelmäßig auf den unteren Rängen der Skala. Im Vertrieb machen sich solche allgemeinen Faustregeln gerade bei den variablen Anteilen bemerkbar.

Wie sind die längerfristigen Verdienstaussichten im Vertrieb?

Wer sich als Ingenieur im Bereich Vertrieb spezialisiert, hat gute Berufs- und damit auch Verdienstaussichten. Denn wer seinen Job versteht, wird für den Arbeitgeber auch in konjunkturellen Schwächephasen nicht einfach ersetzbar sein. Die Aufrechterhaltung guter Kundenbeziehungen und die Auskundschaftung neuer Absatzmärkte dürfte genau dann sogar gefragt sein wie nie.

Die zunehmende Internationalisierung der Geschäftstätigkeiten sämtlicher Technologieunternehmen wird dazu beitragen, dass Vertriebsingenieure noch häufiger im Ausland tätig sein werden. Entweder mittels Kurzzeit-Assignments oder als Expats. Gehaltstechnisch bringen derlei Ausflüge in den meisten Fällen ein kleines Plus, der Arbeitgeber kommt zudem für Kosten des Umzugs, der Miete, gelegentlicher Heimflüge und der Schulbildung der Kinder auf (mehr). Sicher punkten können Ingenieure hingegen nach der Rückkehr: Mit der Erfahrung eines Auslandsaufenthalts im Koffer können sie der nächsten Gehaltsverhandlung entspannt entgegensehen.

Der VDI bietet einen Lehrgang zum „Vertriebsingenieur VDI“

Fazit: Hohe Anforderungen rechtfertigen hohe Gehälter

„Der Vertrieb bildet die Speerspitze des Unternehmens in den Markt hinein, wenn es darum geht, Kundenbedürfnisse vor Ort auszumachen“, schrieb Karrierecoach Bernd Andersch 2006. Daran hat sich wenig geändert und entsprechend gut bezahlt sind die Posten für Ingenieurinnen und Ingenieure im Vertrieb.

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von Lisa Schneider

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