28.11.2016   |

Gehalt

Gehaltsstudie: Ingenieure in der Energieversorgung

Immer mehr junge Menschen studieren Energietechnik, Regenerative Energien oder Umwelttechnik. Ihre Berufsaussichten sind gut, aber wie viel kann man als Ingenieur in der Energieversorgung verdienen?

Gehaltsstudie: Ingenieure in der Energieversorgung

Gute Gehalts-Aussichten für Energieingenieure.

Foto: Tennet Holding B.V.

Die Unternehmen der Energieversorgung profitieren seit Jahren vom staatlichen Aufruf zur Energiewende und von steigenden Rohstoffpreisen, die Branchenumsätze bringen den Ingenieuren der Branche ordentliche Gehälter ein. Die Aussichten sind entsprechend gut, der Verdienst hängt jedoch von der Wahl des Arbeitgebers ebenso ab wie von dessen Tarifbindung, dem eigenen Bildungsabschluss und dem Karrierefortschritt. Überraschend unbeeindruckt zeigen sich die Gehaltsdaten dagegen von zusätzlich angeeigneten Qualifikationen.

Gehaltsvergleich: In der Energieversorgung winken gute Gehälter

Ingenieure, die seit mehr als zwei Jahren in der Energieversorgung arbeiten, verdienen im Durchschnitt ein Bruttojahresgehalt von 61.150 EUR. Damit blieb der Verdienst im Vergleich zum Vorjahr weitgehend stabil und bewegt sich im Mittelfeld aller Ingenieurgehälter. Zum Vergleich:

Gehälter nach Branchen

1.

Chemie & Pharma

76.000 EUR

2.

Fahrzeugbau

66.000 EUR

3.

Informationstechnologie

61.800 EUR

4.

Maschinen- & Anlagenbau

61.900 EUR

5.

Elektronik & Elektrotechnik

60.800 EUR

6.

Energieversorgung

61.100 EUR

7.

Baugewerbe

51.500 EUR

8.

Ingenieur- & Planungsbüros

50.000 EUR

 

Versorgungstechniker verdienen im Schnitt 36.000 EUR im Jahr bei Berufseinstieg, nach fünf Jahren rechnet das Onlineportal Absolventa mit rund 45.000 EUR Jahresgehalt. Die studierten Kollegen der Energietechnik erhalten dagegen rund 40.000 EUR und Elektroingenieure schon 44.000 EUR brutto beim Einstieg ins Erwerbsleben. Die aktuelle Gehaltstudie von ingenieurkarriere.de, die auf den tatsächlichen Gehaltsdaten von über 10.000 Ingenieuren in Deutschland beruht, weist sogar ein noch höheres Einstiegsgehalt aus. Das Studieren lohnt also.

Einstiegsgehalt: Positionen clever wählen

Ein Ingenieur mit weniger als zwei Jahren Berufserfahrung kassiert in den Unternehmen der Energieversorgung ein durchschnittliches Jahresgehalt von 44.300 EUR. Die Schwankungen in den Einstiegsgehältern sind aber erheblich, denn entscheidend ist unter anderem die Art des Studienabschlusses. Wer mit einem Universitäts- oder TH-Abschluss in die Wirtschaft kommt, verdient im Schnitt 2.000 EUR mehr im Jahr als ein Absolvent der Fachhochschule oder eines dualen Studiengangs. Ebenso verhält es sich mit Master- und Bachelorabsolventen: Erstere haben am Ende des Jahres bis zu 3.000 EUR mehr in der Tasche.

Das liegt an einer weiteren Eingruppierung, die maßgeblich über das Salär entscheidet: die Einstiegsposition. Nicht wenige Bachelorabsolventen beginnen ihren Berufsweg als Trainee, Masterabsolventen steigen dagegen häufiger als Fach- oder Projektingenieur in die Unternehmen ein. Einigen, die zwischen den Studienjahren bereits Berufserfahrung sammeln konnten, gelingt auch der Einstieg als Projektleiter. Zwischen jeder dieser Positionen springt das Gehaltsniveau für Berufsanfänger um rund 1.000 EUR an.

Die Energieversorgung ist eine wachsende Branche

Die Umsätze in der Energieversorgung steigen seit einigen Jahren kontinuierlich an. Lag der Branchenumsatz der Energieversorgung im Jahr 2010 noch bei 267 Mrd. EUR, verzeichneten die steuerpflichtigen Unternehmen drei Jahre später bereits 334 Mrd. EUR Umsatz. Die gute konjunkturelle Lage dürfte sich noch eine Weile halten. Zwar gehen die Energiepreise etwas zurück, der Ausbau der erneuerbaren Energien wird aber weltweit vorangetrieben und dürfte auch der deutschen Energiebranche eine starke Stütze sein.

Das Statistische Bundesamt gibt an, dass es in der Energieversorgung zuletzt rund 220.000 Beschäftigte gab. Wie viele davon Ingenieure waren, lässt die Statistik leider offen. Sicher ist aber, dass viele Ingenieure als selbstständige Berater in der Branche arbeiten. Denn der Bedarf an gut ausgebildeten Beratern wächst im Zuge der Energiewende stetig – bei Unternehmen ebenso wie bei Kommunen und Privatpersonen.

Wer wissen will, wie hoch das Gehaltsniveau der eigenen Region ist, hier entlang.

Vielfalt an Arbeitgebern für Energieingenieure groß

So unterschiedlich die Einsatzbereiche eines Ingenieurs in der Energieversorgung, so unterschiedlich sind auch die Arbeitgeber: Von Anlagenanbietern zu Umwelttechnologiefirmen, von Solar- zu Windkraftunternehmen, von multinationalen zu kleinen regionalen Unternehmen, alle benötigen Energieingenieure, Elektroingenieure, Verfahrensingenieure, usw.

Die großen Unternehmen wie Tennet und EnBW haben den Ruf, etwas besser zu zahlen. Die aktuelle Gehaltsstudie zeigt jedenfalls einen deutlichen Zusammenhang zwischen Unternehmensgröße und Gehalt: Beides steigt proportional zueinander. Dafür bieten die kleineren Unternehmen häufig ein breiteres Aufgabenspektrum im Arbeitsalltag an. Und auch Beraterleistungen können im Angestelltenverhältnis erbracht werden: Das französische Beratungsunternehmen Sogeti etwa sucht regelmäßig Ingenieure in unserem Jobportal.

Tarifbindung des Arbeitgebers wirkt positiv

Mit der Größe der Unternehmen geht meist ein weiterer Faktor einher, der das Gehalt eines Ingenieurs maßgeblich beeinflussen kann: die Tarifbindung. Denn Unternehmen, die an einen Branchentarif gebunden sind, zahlen in der Regel besser als solche, die keiner Tarifbindung unterliegen. In der aktuellen Gehaltsstudie von ingenieurkarriere.de zeigt sich, dass tariflich angestellte Ingenieure in der Energieversorgung im Schnitt knapp 60.000 EUR im Jahr einstreichen, während ihre Kollegen in Unternehmen ohne Tarifbindung nur rund 48.000 EUR erhalten. Der variable Anteil, der bei den Tarifangestellten wesentlich höher ist, gleicht diesen Unterschied nicht aus.

Gewinner sind natürlich die Ingenieure, die über das Tarifsystem hinausgewachsen sind und außertariflich vergütet werden. Diese AT-Angestellten erhielten 2015 im Schnitt 77.000 EUR brutto.

Berufserfahrung und Verantwortung bringen Lohnplus

Der Gehaltssprung zwischen tariflich und außertariflich angestellten Ingenieuren folgt einer einfachen Logik: Je mehr Berufserfahrung ein Kollege sammeln kann, desto eher steigt er die Gehaltsleiter empor – durch Betriebszugehörigkeit (ein zugegebenermaßen langwieriger Weg) oder durch Mitarbeiterverantwortung. Die Grafik zeigt, wie groß die Gehaltssprünge zwischen den Positionen Fach-/Projektingenieur, Projektmanager, Teamleiter und Abteilungsleiter im Schnitt sind. Die größten Gehaltssprünge werden in aller Regel in den ersten Jahren des Berufslebens gemacht.

Brutto-Jahresgehalt-Energieversorgung.png

Zusatzqualifikationen schlagen sich selten auf dem Lohnzettel nieder

Für die Ausübung ihrer Aufgaben benötigen auch gut ausgebildete Ingenieure häufig Zusatzqualifikationen. Ein positiver Zusammenhang mit dem Jahresgehalt lässt sich mit den Daten der Gehaltsstudie 2016 zwar nicht feststellen. Dennoch hat rund jeder fünfte Ingenieur oder jede fünfte Ingenieurin eine Zusatzqualifikation als Schweißfachingenieur absolviert. Rund 12% weisen besondere Sprachkenntnisse auf, 8% haben den Technischen Betriebswirt der IHK erlernt oder CAD-Spezialkenntnisse erworben. Aufgrund der Digitalisierung werden die zusätzlichen Anforderungen im Bereich der IT und Softwaresteuerung auch für Ingenieure weiter zunehmen.

 

Fazit: Energieversorgung bietet Ingenieuren große Vielfalt

Ob Elektrizität, Gas, Wärme und Kälte oder Anlagenbau, die Branche der Energieversorgung bietet Ingenieuren vielfältige Arbeitsmöglichkeiten. Dank der staatlich geförderten Energiewende sowie der Knappheit an fossilen Energieträgern und Rohstoffen werden sich die Berufsaussichten in den kommenden Jahren auch nicht eintrüben. Wer sich für einen Job in der Energieversorgung oder -erzeugung interessiert, könnte hier fündig werden. Wer wissen möchte, wo etwa Umwelttechniker gesucht werden, sollte sich hier umsehen. Um mit Arbeitgebern in Kontakt zu kommen und ständig die aktuellsten Jobangebote zu sehen, steht Ihnen unsere CV-Datenbank zur Verfügung.

Tipp:
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von Lisa Schneider

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