07.12.2012   |

Gehalt

Einkommen für Ingenieure sind gestiegen

Die Lage auf dem Arbeitsmarkt für Ingenieure ist trotz verhaltener Konjunkturaussichten so gut wie seit Jahren nicht: Das Einkommen pro Jahr der Ingenieure in Deutschland mit wenigstens zwei Jahren Berufserfahrung stiegen in den ersten achten Monaten 2012 um 1,8 Prozent.

Das Einkommen für Ingenieure steigt.

Foto: iStock / Thinkstock

Die Lage auf dem Arbeitsmarkt für Ingenieure ist trotz verhaltener Konjunkturaussichten so gut wie seit Jahren nicht: Die Arbeitslosenrate der Ingenieure ist extrem niedrig und die Unternehmen in wichtigen Branchen wie dem Maschinen- und Anlagenbau haben weiterhin hohe Auftragsbestände. Gerade in den Bereichen Produktion, Forschung und Entwicklung brauchen die Unternehmen Verstärkung und sind bereit, sich beim Einkommen zu bewegen.

Das hat sich in einer rasanten Einkommensentwicklung in den ersten acht Monaten 2012 niedergeschlagen. Nach der aktuellen Auswertung der VDI nachrichten, die auf den tatsächlichen Einkommensdaten von 14 800 Ingenieuren basiert, stiegen die Einkommen der Ingenieure pro Jahr in Deutschland mit wenigstens zwei Jahren Berufserfahrung im Jahr 2012 bereits um 1,8 Prozent auf durchschnittlich 58400 Euro. Das sind rund 1 000 Euro mehr als 2011. Auch Einsteiger profitieren von der guten Lage in den Unternehmen.

Beste Einkommen in der Chemie- und Pharmaindustrie

In der Chemie- und Pharmaindustrie werden Ingenieure aktuell am besten bezahlt. Hier liegen die durchschnittlichen Jahreseinkommen der Ingenieure mit Berufserfahrung bei 70 300 Euro. Der Anteil der Boni ist in der Branche mit fast 6400 Euro am höchsten.Sehr hoch sind auch die Einkommen in der Autoindustrie mit durchschnittlich 63 000 Euro (plus 1500 Euro ggü. 2011), im Maschinen- und Anlagenbau (60 400 Euro, plus 1000 Euro), in der IT-Industrie (59 000 Euro, plus 2800 Euro) und bei Energieversorgern (58 000 Euro, plus 2800 Euro). Auch die Ingenieure, die bei Dienstleistern und Ingenieurgesellschaften arbeiten, konnten ihre Einkommen um rund 2000 Euro steigern, verdienen mit einem Durchschnitt von 50 000 Euro im Jahr aber immer noch deutlich weniger als die Ingenieure anderer Branchen. 

Berufsanfänger haben ein gutes Einkommen

Kräftig gestiegen sind auch die Einstiegsgehälter. So haben Berufsanfänger ein durchschnittliches Einkommen von 44 150 Euro, rund 4,6 Prozent mehr als 2011. Damit legten die Einstiegsgehälter um 1900 Euro zu. Die höchsten Einstiegsgehälter erzielen Ingenieure mit Promotion (57 500 Euro). Dahinter folgen die Absolventen mit Master- und Diplomabschluss, wobei sich deren Bezahlung inzwischen fast vollständig angeglichen hat. Die Master verdienen aktuell beim Einstieg durchschnittlich 45 900 Euro, die Diplom-Ingenieure 45 400 Euro. Am wenigsten verdienen zum Berufsstart die Ingenieure von Berufsakademien mit 41 300 Euro. Dabei sind die oben genannten Gehälter stark abhängig von der Unternehmensgröße.

Kleine Unternehmen bis 50 Mitarbeiter zahlen Berufseinsteigern im Durchschnitt 40 000 Euro Einkommen, Unternehmen bis 250 Mitarbeiter schon 42 600 Euro, Mittelständler mit 1000 bis 5000 Beschäftigten zahlen 44 700 Euro, während die Großunternehmen mit 47 800 Euro mit Abstand die höchsten Einstiegslöhne ausweisen. Ähnlich stark differenziert sind die Einkommen bei Ingenieuren mit Berufserfahrung. Während in den Kleinunternehmen ein Ingenieur im Durchschnitt 48 300 Euro verdient, sind es bei Großunternehmen 21 000 Euro mehr im Jahr.

An Rhein und Ruhr ist das Einkommen am Höchsten

Zudem spielen die Regionen eine große Rolle. Immer noch hinken die Einkommen im Osten Deutschlands denen im Westen hinterher. Dabei hat sich der Abstand sogar noch vergrößert, weil im Osten die Zuwächse in den ersten acht Monaten des Jahres geringer ausgefallen sind als im Westen. So legten die Einkommen der Ingenieure im Großraum Dresden nur um 2800 Euro auf 44 800 Euro zu. Die Kollegen in Berlin konnten sich sogar nur um 1700 Euro auf 48 500 Euro verbessern. Damit liegt Berlin zwar fast gleichauf mit dem Schlusslicht im Westen, der Region Bremen (48 700 Euro). Aber der Abstand zu den Top-Regionen in Deutschland ist weiterhin groß.

Einen Wechsel gab es 2012 an der Spitze. Nicht mehr Regionen im Süden liegen beim Einkommen ganz vorne, sondern Westdeutschland mit dem Ruhrgebiet und dem Rheinland. An Rhein und Ruhr stiegen die durchschnittlichen Ingenieureinkommen auf 56 500 Euro und liegen damit noch über den Einkommen in den Regionen Stuttgart (56 000 Euro) und Frankfurt (55 900 Euro). Dahinter folgt die Region Rhein-Neckar (55 300 Euro) vor Hannover und München mit gleichauf 54 000 Euro.

Einkommen: Test für Ingenieure

Das zeigt, dass es bei den Einkommen für Ingenieure ein Süd-Nord-Gefälle nicht mehr gibt und insbesondere Nordrhein-Westfalen und der Großraum Hannover/Wolfsburg bei den Einkommen mit den süddeutschen Ballungsräumen mithalten können. Allein Bremen und Hamburg haben Boden verloren. So stiegen in Hamburg die Ingenieureinkommen im Vergleich zu 2011 nur unterdurchschnittlich um 1175 Euro auf 52 500 Euro. Bremen bleibt im Westen die Region mit der roten Laterne. Dort stiegen die Einkommen nur um 500 Euro, der geringste Anstieg in Deutschland.

Verdiene ich im Vergleich zu den Kollegen zu wenig? Was zahlen andere Unternehmen in der Region? Lohnt sich der Wechsel zu einem großen Mittelständler? Was kann ich als Einsteiger verlangen? Ingenieure können sich mit dem kostenlosen Gehaltstest der VDI nachrichten ein schnelles Bild vom Einkommen je nach Region, Branche und Unternehmensgröße verschaffen. Fast 15 000 Ingenieure haben für die aktuelle Studie der VDI nachrichten anonym ihre Einkommensdaten hinterlassen und jeweils eine detaillierte, individuelle Auswertung erhalten. Den Gehaltstest und viele Informationen rund um das Thema Gehalt finden Sie unter:

www.ingenieurkarriere.de/gehalt

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von Ulrike Gläsle

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