02.10.2009   |

Die gelungene Bewerbung

Wie Ingenieure im Vorstellungsgespräch grobe Fehler vermeiden

Offensichtlich sind die Zeiten vorbei, in denen Ingenieure sich beim Vorstellungsgespräch im lockeren Plausch die Angebote der Personaler vortragen lassen konnten. Mit den wenig berauschenden Nachrichten über den Arbeitsmarkt, Kurzarbeiterprogramme und vermutlich wachsende Arbeitslosenzahlen im Hinterkopf, kommt Nervosität auf.

Vorstellungsgespräch: Gut vorbereiten!

Foto: moodboard / Thinkstock

Im Übereifer und unter Hochdruck werden von Ingenieuren viele grundsätzliche Regeln für das Vorstellungsgespräch übersehen und der Erfolg bleibt aus. Dies ist umso bedauerlicher, weil die meisten Kandidaten heute nicht mehr endlos von Arbeitgebern umworben werden. Daher sollten Bewerber vor jedem Vorstellungsgespräch an die entscheidende Erfolgsregel denken: Vorbereitung ist (fast) alles! Meist wird ein Termin zum Vorstellungsgespräch nicht von jetzt auf gleich vereinbart. Es bleibt genug Zeit, sich im Vorfeld gezielt Gedanken zu machen.

Ganz wichtig ist, herauszubekommen, welche Gesprächspartner auf der anderen Seite sitzen, damit von Beginn an vom Ingenieur im Vorstellungsgespräch der richtige Ton angeschlagen werden kann! Nehmen wir beispielsweise einen Teamleiter Konstruktion, der in einer Gesprächsrunde dem Personalleiter und dem Alleingeschäftsführer eines mittelständischen Unternehmens begegnet. Fängt der Kandidat jetzt an, als Fachmann zu glänzen, wird weder der Personalleiter noch der Geschäftsführer begeistert sein. Sie können im Regelfall einfach nicht mitreden.

Ein Vorstellungsgespräch kann durch den Ingenieur holprig werden

Das Gespräch wird holprig, zäh, einseitig. Der Kandidat gibt alles, schließlich möchte er unbedingt den Job haben. Nach dem Vorstellungsgespräch ist er für alle sichtlich ausgepumpt, aber er konnte sich im Eifer des Gefechtes eben nicht richtig auf seine Zielgruppe einstellen. Er hätte andere Qualifikationen ansprechen müssen, wie beispielsweise seine Führungsqualitäten und seine Kompetenz im Projektmanagement. Wer kostenorientiert ausgerichtet ist, zur Optimierung von Konstruktionsprozessen und zur Standardisierung bzw. Modularisierung beitragen kann oder das fertigungsgerechte Konstruieren beherrscht, kommt heute generell gut an.

Dann wäre es zu einem munteren Schlagabtausch gekommen. Klar, auch das Fachwissen darf im Vorstellungsgespräch nicht zu kurz kommen. Wenn der Ingenieur in zwei oder drei Antworten seine fachliche Virtuosität aufblitzen lässt und die Gegenseite schwindelig redet, reicht das völlig aus, um im Gespräch den Expertenstatus zu erlangen. Dann muss es aber auch gut sein. Findet das Gespräch mit einem Fachmann statt, gilt im Grunde das Gegenteil. Es kommt jetzt tatsächlich auf die fachlichen Details an!

Ein Vorstellungsgespräch müssen Ingenieure gut vorbereiten

Ein zweiter wichtiger Punkt in der Vorbereitungsphase aufs Vorstellungsgespräch ist, sich wirklich intensiv mit den in der Stellenausschreibung dargestellten Aufgaben zu beschäftigen. So soll beispielsweise ein Team geführt werden, die Gruppe soll Dienstleister im Unternehmen sein, es geht auch um internationale Projekte, der Support in CAD-Fragen ist sicherzustellen, die Prozesslandschaft laufend zu optimieren, neue Konzepte sollen vorangetrieben und evaluiert werden, mit großer Präzision sind Aufwandschätzungen und Kalkulationen für Projekte zu erstellen usw. Diese Punkte stehen nicht umsonst in der Anzeige. Der Kandidat muss in der Lage sein, zu jedem einzelnen Punkt eine tiefgreifende Diskussion zu führen.

Wer seinen Lebenslauf als Ingenieur nicht im Detail parat hat, wird im Vorstellungsgespräch kaum seine entscheidenden Erfahrungen und Kenntnisse zu jedem der angesprochenen Punkte hervorzaubern können und verliert. Das Gespräch gelingt erfahrungsgemäß besonders gut, wenn sich der Bewerber bereits vor dem Gespräch Inhalte (Botschaften) zurechtlegt, die er im Gespräch vermitteln möchte. Wenn er beispielsweise unbedingt seine drei Erfolgsprojekte der letzten Position mit ausgewählten Einzelheiten ansprechen möchte, weil sie ideal zu den Anforderungen passen, muss zum Schluss für alle Seiten klar sein, dass der Kandidat nicht mehr oder weniger, sondern hundertprozentig zum Job passt!

www.andersch-consulting.de

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von Bernd Andersch - Karrierecoach Düsseldorf

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