01.02.2017   |

Bewerbung

Tipps für die Rückkehr: Bewerbung beim Ex-Arbeitgeber

Sich beim ehemaligen Arbeitgeber bewerben? Davor schrecken immer noch viele Ingenieure zurück. Doch was in anderen Ländern längst üblich ist, gewinnt auch hierzulande immer mehr an Akzeptanz. Ein paar Regeln sollte man dennoch beachten, wenn man eine Wiedereinstellung beim ehemaligen Unternehmen anstrebt.

Der harmonische Abschied beim früheren Arbeitgeber erleichtert die Rückkehr.

Foto: iStock / Thinkstock

In anderen Ländern ist es durchaus üblich, hierzulande gewinnt es an Akzeptanz: Unternehmen stellen ehemalige Mitarbeiter wieder ein, Mitarbeiter bewerben sich bei ihrem ehemaligen Arbeitgeber. Ein häufiges Anliegen der Ratsuchenden beim Karrieretelefon lautet: „Kann ich mich bei meinem einstigen Arbeitgeber wieder bewerben“ und „eigentlich will ich es ja gar nicht.“

Dafür gibt es mehrere Gründe. Einer ist die häufig miserable Bewertung verflossener Arbeitgeber. Sie werden als chaotisch beurteilt und laden daher kaum zu einer erneuten Bewerbung ein. Andere Ingenieure weisen auf die Art und Weise des Ausscheidens hin. Das Arbeitsverhältnis endete mit Pauken und Trompeten. Von daher sind ohnehin alle Türen zugeschlagen. Mit Abstand an erster Stelle rangiert aber die persönliche Eitelkeit, die einer Rückkehr zum vorherigen Arbeitgeber entgegensteht.

Nach harmonischem Abschied zurück zum früheren Arbeitgeber

Die Gedanken kreisen um folgende Fragen: Was werden wohl die Kollegen und Vorgesetzten beim früheren Arbeitgeber sagen? Schon sieht man im Geiste das hämische Grinsen auf ihren Gesichtern und hört abfällige Bemerkungen hinter vorgehaltener Hand. Und was sie sich wohl denken? Sicherlich wird es heißen: Der hatte hochfliegende Pläne, als er das Unternehmen verließ. Seine Rückkehr ist letztlich ein Eingeständnis seiner begrenzten beruflichen Möglichkeiten und Fähigkeiten, oder er hat er in einem anderen Job Mist gebaut und dann ist ihm nichts Besseres eingefallen als wieder zu uns zurückzukommen. So oder ähnlich wird eine Rückkehr vorhergesehen daher gleich ausgeschlossen.

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Viele Fälle beweisen, dass es nicht so sein muss. Allerdings zeigen diese Fälle Ähnlichkeiten. Die Ingenieure schieden beim alten Unternehmen aus, nachdem sie gute oder sehr gute Leistungen erbracht hatten. Der Abschied verlief meistens harmonisch. Als Gründe für den Abgang wurden fehlende berufliche Perspektiven oder aber ein wesentlich höheres Gehalt bei einem anderen Arbeitgeber genannt.

Der vielfach befürchtete Gesichtsverlust bei einer Rückkehr zum alten Arbeitgeber verlief weniger dramatisch als ausgemalt. Vor allem dann, wenn der Wiedereinstieg in eine höhere Position oder ein anderes Aufgabengebiet erfolgte. Häufig hatte man es ohnehin nicht direkt mit dem alten sozialen Umfeld zu tun. Begegneten diese Ingenieure dann dem einen oder anderen alten Kollegen auf dem Flur, in der Kantine oder in einem Meeting, zeigten sich die alten und neuen Kollegen eher interessiert bezüglich der Erfahrungen beim anderen Arbeitgeber. Hämische Bemerkungen kamen allenfalls von Menschen, die ohnehin nicht auf der Freundesliste standen. Das muss ein Profi aber einfach wegstecken können!

Gute Leistungen beim alten Arbeitgeber sind von Vorteil

Fazit: Wer gute Leistungen beim verflossenen Arbeitgeber zeigteund dort "sauber" ausschied, sollte in Zeiten knapper werdender Jobs über seinen Schatten springen und durchaus über eine Rückkehr nachdenken. Das gilt umso mehr, wenn es dem Arbeitgeber wirtschaftlich gut geht und er den passenden Personalbedarf zeigt. Ex-Mitarbeiter können sicher sein, dass ihre Bewerbungen konstruktiv geprüft werden, denn ein Comeback hat für beide Seiten große Vorteile.

Das Unternehmen kauft nicht die Katze im Sack. Der Kandidat, seine Leistungen und seine Persönlichkeit sind dem Arbeitgeber bekannt. Aufgrund früherer Erfahrungen dürfte die Einarbeitung rasch und unproblematisch verlaufen. Das Wechselrisiko ist gering. Die Wahrscheinlichkeit, in der Probezeit zu scheitern oder mit dem Job gänzlich unzufrieden zu sein, fällt gering aus. Es verhält sich eben alles so wie bei einer erneuten Ehe mit demselben Partner. Sie funktioniert häufig wesentlich besser als die erste, weil beide Seiten genau wissen, worauf sie sich einlassen.

Tipp:

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von Bernd Andersch, Karrierecoach

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