26.08.2015   |

Bewerbung

Personaler: Von Vorlieben und Abneigungen

Als Ingenieur, der bis ins Vorstellungsgespräch vorgedrungen ist, wollen Sie vor allem eines: Ihren künftigen Arbeitgeber davon überzeugen, dass Sie der perfekte Kandidat für den avisierten Job sind. Personaler dagegen möchten für die vakante Position den besten Kandidaten finden. 

Jobinterview: Personaler mögen gut vorbereitete Kandidaten. 

Foto: iStock / Thinkstock

Um den idealen Angestellten aus der Masse der Bewerber herauszufiltern, stellen sie diese auf die Probe. Vor und während des Vorstellungsgesprächs stellen sie unsichtbare Fallen auf, denen es elegant auszuweichen gilt.

Hierfür lohnt es sich, einen Blick in den typischen Personaler-Kopf zu werfen: Wie denkt er? Worauf achtet er? Was mag er? Und vor allem: Was mag er gar nicht? Die Antworten auf alle Fragen sind aus Sicht des Personalers darauf ausgerichtet, den perfekten Kandidaten in der Masse der Bewerber zu erkennen. Dieses „Erkennen“ ist zugleich ein Auswahlprozess, bei dem der Personaler vermeintlich ungeeignete Kandidaten ausselektiert. Der Prozess beginnt bereits mit den Bewerbungsunterlagen. Jenseits der Eignung in puncto Erfahrungen und Kompetenzen spielen hier auch Formalien und vermeintliche Kleinigkeiten eine Rolle.

Personaler – keine Gnade bei Tippfehlern

Eine Studie des Job- und Karriere-Blogs „Karrierebibel.de“ sowie der Personalberatung „Alma mater“ hat insgesamt 260 Personalverantwortliche befragt. Das Ergebnis: Mehr als einen Tippfehler sollte sich ein Jobkandidat nicht erlauben. Ansonsten landet die Bewerbung bei einem Drittel der Personaler auf dem Absage-Stapel. Fast ein Fünftel sagen bereits bei einem Tippfehler „nein“. Mehr als zwei Drittel sortieren die Bewerbung nach mehr als zwei Fehlern aus. Den Namen des Ansprechpartners falsch zu schreiben, gilt als absolutes No-Go. Nur knapp zehn Prozent der Personaler sind Rechtschreibfehler in der Bewerbung egal.

Drängeln kommt beim Personaler nicht gut an

Ab wann kann und darf ich mich als Ingenieur beim Personaler zum Stand meiner Bewerbung erkundigen, ohne zu nerven: Die Mehrheit der Personaler empfiehlt hier eine Wartezeit von mindestens zwei Wochen. Knapp ein Drittel sehen eine Frist von drei bis vier Wochen als angemessen. Jeder Zehnte meint, man könne sich bereits nach einer Woche erkundigen. Eine Minderheit ist der Meinung, dass man sich gar nicht erkundigen sollte. Zudem achtet der Personaler von heute mehr und mehr auf die Präsenz der Kandidaten in sozialen Netzwerken wie Facebook, XING oder LinkedIn, und vor allem wie diese gepflegt sind. Sie sollten unbedingt in den Bewerbungsprozess integriert werden und immer aktuell sowie fehlerfrei sein. Das Interesse der Personaler nimmt jedenfalls stetig zu. Und unprofessionelle, fehlerhafte Seiten können zu Recht zum „Abtörner“ werden. Aber auch die Nennung in den Google-Suchergebnissen sowie Blogs spielen für Personaler eine bedeutende Rolle.

Jobinterview: Personaler mögen gut vorbereitete Kandidaten

Wenn Sie bis hierhin alles richtig gemacht haben, können Sie sich vielleicht über die Einladung zu einem Vorstellungsgespräch freuen. Dessen Vorbereitung hängt vor allem von der angestrebten Position ab. Hier gilt: Je anspruchsvoller die Stelle ist, umso fordernder kann das Gespräch mit dem Personaler werden. Dennoch tauchen einige grundsätzliche Fragen in nahezu allen Jobinterviews so oder so ähnlich auf. In sich schlüssige, durchdachte Antworten auf diese Fragen kommen beim jedem Personaler gut an:

  • Weshalb haben Sie sich bei uns beworben?
  • Welche Schwerpunkte haben Sie im Studium gelegt?
  • Welche Aufgaben haben Sie in Ihrer letzten Tätigkeit ausgeübt?
  • Welches waren Ihre größten beruflichen Erfolge und Misserfolge in den letzten fünf Jahren?
  • Was sind Ihre Schwächen? Wo sehen Sie Ihre Stärken?
  • Wie gehen Sie mit Situationen um, die nicht oder nur schwer lösbar erscheinen?
  •  Arbeiten Sie gerne im Team?
  • Was ist für Sie im Leben wichtig?
  • Weshalb könnten Sie ein Gewinn für das Unternehmen sein?
  • Wo möchten Sie beruflich in 10 Jahren stehen?

Wichtig dabei: Diese und andere Fragen werden natürlich nie alle auf einmal gestellt. Deswegen lohnt es sich auch nicht, zu jeder Frage akribisch die passende Antwort auswendig zu lernen. Außerdem sollten Sie Standardantworten vermeiden, die zudem noch allgemeine Begriffe wie Flexibilität oder Teamfähigkeit beinhalten. Sie sind austauschbar, werden vom Personaler sofort erkannt und sind höchst unbeliebt bis verhasst.

Für Personaler gibt es „dumme Fragen“

Auch wenn der Volksmund meint, es gäbe sie nicht. Im Gespräch mit dem Personaler gibt es sie durchaus, die „dummen Fragen“. Für Sie als Ingenieur gilt es also im Vorstellungsgespräch, genau diese Fragen zu vermeiden. Dazu zählen zum Beispiel Fragen, die sich mit einem Klick auf die Unternehmens-Webseite leicht beantworten lassen. Oder solche, die für den Personaler unangenehm zu beantworten sind, wie etwa: Ist das Betriebsklima im Unternehmen gut? Wie steht es um meine Aufstiegschancen? Als unklug gelten auch Fragen zu Arbeits- und Urlaubszeiten, Gehaltserhöhungen, Vergünstigungen oder Zusatzleistungen. Sie lassen Zweifel an Ihrer tatsächlichen Motivation aufkommen.

Die Frage, ob Sie einen guten Eindruck hinterlassen haben, sollten Sie ebenfalls vermeiden.  Das lässt Unsicherheit durchblicken und der Personaler könnte an Ihrem Selbstbewusstsein zweifeln. Das Unternehmen muss vielmehr durch Ihr Auftreten den Eindruck gewinnen, dass es eine einmalige Chance ist, Sie einzustellen. Deswegen zählen auch die grundsätzlichen Dinge, die selbstverständlich sein sollten:  Gepflegtes, seriöses Äußeres und ein aufmerksamer, freundlicher Umgang, der zudem Seriosität und Kompetenz ausstrahlt.

Attraktivität: Eine echte Personaler-Macke?

Entgegen der landläufigen Meinung kann übrigens physische Attraktivität durchaus zum Nachteil werden. Richtig ist: Männer bevorzugen attraktive Bewerberinnen und auch für weibliche Personaler spielt die Attraktivität eines männlichen Bewerbers im positiven Sinne eine Rolle, wenn sie sich mit Kompetenz verknüpft. Dass Attraktivität auch zum Nachteil werden kann, legt eine Studie von Wissenschaftlern der Ludwig-Maximilians-Universität München mit insgesamt 2.693 Teilnehmern nahe. Demnach kann sie zum Problem werden, wenn Personaler und Bewerber dem gleichen Geschlecht angehören. Sie ist im Zweifelsfall die einzige Personaler-Eigenart, auf die Sie als Bewerber keinen Einfluss haben. Alles andere ist machbar. 

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von Thomas Kresser

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