25.02.2015   |

Bewerbung

Checkliste für das Bewerbungsanschreiben

Überzeugt Ihr Anschreiben? 0815-Standardanschreiben überzeugen wenig. Zeitsparmodelle fördern Absagen. Ein gutes Anschreiben zeigt in jedem Satz, dass der Bewerber für das Unternehmen nützlich ist. Schlüsselqualifikationen und entscheidende Aufgaben stehen in der Anzeige. Der Bewerber greift fünf bis sieben dieser Punkte auf und beweist, dass er fachlich und persönlich zur Stelle passt!

Checkliste für Ihr Anschreiben

Foto: iStock / Thinkstock

Fakten, Fakten, Fakten

Prüfen Sie, wie gut Ihre Sätze die Anforderungen der Ausschreibung treffen! Optimal ist die Beweisführung mit Fakten. Sagen Sie aufgrund welcher Qualifikationen und Erfahrungen Sie die Anforderungen der Anzeige erfüllen. Second best: Der Bewerber behauptet lediglich, die Anforderungen zu erfüllen. Schlecht: Eine wichtige Anforderung einfach ignorieren. Sind Gehalt und Eintrittstermin gefragt, bitte nicht kneifen!

Informationsgehalt

Prüfen Sie abschließend jeden Satz. Beantwortet der Satz die Frage, ob Sie zu der Stelle passen? Streichen Sie nichtssagende Phrasen. Sie kosten den Leser Zeit und lösen nicht sein Personalproblem. Irgendwann legt er genervt das Anschreiben oder gleich die ganze Bewerbung zur Seite. Sie haben zudem wichtigen Verkaufsraum verschenkt!

Egozentrierung

Vermeiden Sie, den Einsteller als Mittel zum Zweck zu benutzen. Beispiel: "Ich möchte mich in Ihrem Unternehmen für meinen weiteren Lebensweg qualifizieren". Das entspricht der Aussage eines Verkäufers: "Kaufen Sie meine Produkte, damit ich reich werde!" So darf allenfalls ein Starbewerber argumentieren: Werden dem Verkäufer die Produkte aus der Hand gerissen, hört eben niemand auf seine Argumente.

Satzlänge

Gleicht Ihr Anschreiben einem Satzlabyrinth? Achtung, der Leser wird bald das Lesen abbrechen! Wer macht sich schon die Arbeit und liest einen Satz zwei- oder dreimal, um endlich den gesamten Sinn zu erfassen? Verbannen Sie Sätze, die weit über zwölf Worte hinausgehen. Eliminieren Sie komplizierte Satzverschachtelungen. Formulieren Sie besser zwei kurze klare Sätze. Eine, maximal zwei Aussagen pro Satz reichen!

Selbstbewusstsein

Präsentieren Sie sich selbstbewusst? Worte wie: glauben, denken, möchte, könnte, würde usw. vermitteln Unsicherheit. Gleiches gilt für Formulierungen wie: unter Umständen, gegebenenfalls, vermutlich, voraussichtlich, eventuell. Glauben heißt nicht wissen! ... und angemessenes Selbstbewusstsein ist zur selbstverständlichen Tugend geworden.

Dynamik

Hauchen Sie Ihrem Text Leben ein! Meiden Sie den Nominalstil und das Passiv mit statischen Verben. Besser sind aktiv formulierte Sätze mit vielen Verben. Sie klingen dynamischer, beweisen Initiative und Tatkraft. Statisch: "Die Organisation und Führung der ausländischen Gruppen lag in meiner Verantwortung." Dynamisch: "Ich organisierte und führte eigenverantwortlich ausländische Gruppen. Fortlaufend eignete ich mir Schlüsselqualifikationen an."

Durchblick

Genau fünf Absätze bringen Übersicht in Ihr Anschreiben. Mehr Absätze zerklüften den Brief, weniger gehen zu Lasten der Lesefreundlichkeit. Die Absätze sind jeweils durch eine volle Leerzeile voneinander getrennt. Innerhalb der Absätze ist der einzeilige Abstand vorteilhaft. Der Text des Anschreibens sollte eine Seite mit 25 reinen Textzeilen nicht wesentlich überschreiten. Die zweite Seite wird meist nicht gelesen.

Absender, Adresse, Datum

Im Absender stehen: Namen, Anschrift, Telefon, evt. E-Mail-Adresse und Homepage (wenn geeignet). Platzsparend kann der Absender horizontal gebracht werden. Schön sieht der zentrierte Briefkopf aus. Die Adresse folgt nach zweizeiligem Abstand. Den Ansprechpartner aus der Anzeige hier nicht vergessen! Auf gleicher Höhe wie der Ort der Adresse sollte der Erstellungsort und das Datum platziert werden.

Anrede, Betreff

Finden sich im Betreff Schlagzeile, Quelle und Erscheinungsdatum der Stellenausschreibung? Heben Sie die Schlagzeile ruhig fett hervor. Zwei Zeilen unter dem Betreff steht die Anrede. Sie lautet: "Sehr geehrte Damen und Herren". Bei personalisierter Adressierung wird die Zielperson direkt angesprochen: "Sehr geehrter Herr Dr. Meier". Die Anrede wird übrigens mit einem Komma abgeschlossen.

Abschluss

Die Formel "Mit freundlichen Grüßen" eröffnet den Abschluss. Damit das Anschreiben freundlicher und persönlicher wirkt, signieren Sie mit blauem Filzstift oder mittelblauer Tinte. Vor- und Zunamen sollten gedruckt wiederholt werden. Als Anlagehinweis reicht "Anlagen". Einzelne Anlagen sollten nicht aufgeführt werden. Wer liest schon eine solche Liste?

Anzeige

von Bernd Andersch, andersch-consulting.de

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