05.12.2016   |

Beratung

Den Job kündigen

Für den Wechsel in ein anderes Unternehmen kann es gute Gründe geben - beispielsweise um mehr Geld zu verdienen, um sich weiterentwickeln zu können oder um wieder Freude am Beruf zu haben, da man sich zuvor unter- oder überfordert fühlte. Auch das Privatleben spielt mitunter die entscheidende Rolle, etwa wenn der liebste Mensch oder die Familie zu weit entfernt leben. Dann ist die Kündigung beim bisherigen Arbeitgeber eine Möglichkeit, die Lebensqualität zu erhöhen. Doch nicht nur die Entscheidung selbst, sondern auch der Ablauf einer Kündigung sollte wohl überlegt sein.

Bei der Kündigung gilt es einiges zu beachten!

Foto: iStock

Motive für den Wechsel

Wer erfolgreich im Beruf unterwegs ist und von einem (Konkurrenz-) unternehmen angesprochen wird zu wechseln, wenn dabei mehr Gehalt geboten wird, größere Verantwortung und Entscheidungsfreiheit in Aussicht stehen, dann liegt die Entscheidung, den alten Arbeitgeber zu verlassen, auf der Hand. Wer unzufrieden ist mit seinem Job, mit der Firmenkultur und den Kollegen nicht klar kommt und ein Angebot bekommt oder sich erfolgreich auf eine neue Stelle bewirbt, die realistischerweise all diese Nachteile nicht aufweist, wird nicht lange überlegen zu kündigen. Aber so eindeutig ist die Situation oft nicht. Die Offerte eines Unternehmens kann verlockend, aber auch eine Täuschung sein, sodass man vom Regen in die Traufe kommt. Menschen können sich selbst überschätzen, also beispielsweise eine berufliche Aufgabe annehmen, der sie nicht gewachsen sind. Oder sie können Flausen im Kopf haben und sich von einem Jobwechsel versprechen, dass all ihre Probleme, die ganze Unzufriedenheit in ihrem Leben, verschwinden.

Wenn also äußere, nicht zu beeinflussende Umstände dagegen sprechen, sollte ein Jobwechsel mit Ruhe und Umsicht angegangen werden. Und in vielen Fällen ist dann die Entscheidung zu kündigen nicht klar und nachvollziehbar, sondern kommt eher aus einem Bauchgefühl.

Jobs für Ingenieure

Safety first

Sicherheitsdenken muss nicht falsch sein. Auch wenn die meisten Ingenieure auf dem Arbeitsmarkt gesucht sind und diese Berufsgruppe wirklich relativ gute Chancen und Möglichkeiten hat: Eine feste Stelle zu kündigen, ohne einen neuen Arbeitsvertrag unterschrieben zu haben, ist ein unnötiges Risiko. Sich aus der Arbeitslosigkeit heraus zu bewerben, wird in vielen Fällen zu einem Handicap.

Der richtige Zeitpunkt

Irgendwann muss es ausgesprochen werden: Ich kündige! Wann genau der richtige Moment gekommen ist, um Vorgesetzte und Kollegen zu informieren, ist in jedem Einzelfall individuell zu entscheiden. Es muss eingeschätzt werden, wie die eigenen Interessen mit den Interessen des Unternehmens am besten in Einklang zu bringen sind - und es geht um Fairness. Im Idealfall spricht man sehr frühzeitig über den geplanten Wechsel, damit das Unternehmen den Arbeitsplatz ohne Zeitdruck neu besetzen und vielleicht sogar die Nachfolgerin oder der Nachfolger eingearbeitet werden kann. Aber natürlich gehen nicht alle Arbeitsverhältnisse völlig konfliktlos auseinander. Wer mit negativen Reaktionen auf die Kündigung rechnen muss, hält sich zurück, bis der neue Arbeitsvertrag unterschrieben ist, und erklärt erst mit Beginn der Kündigungsfrist seinen Abschied.

Wer sich von seinem bisherigen Arbeitgeber im Streit trennt, braucht vermutlich einen Rechtsbeistand oder zumindest juristischen Rat. In solchen Fällen geht es darum, einigermaßen heil aus der Geschichte herauszukommen. Bei einem intakten Verhältnis zum alten Arbeitgeber ist natürlich der Abschied für beide Seiten ganz relaxt oder zumindest würdevoll zu bewerkstelligen. Ein Jobwechsel kann ganz harmonisch oder sogar freundschaftlich ablaufen.

Doch auch, wenn es ein gutes Verhältnis zum bisherigen Arbeitgeber gibt, kann es umständlich werden, weil es gilt, auf allerlei Rücksicht zu nehmen. Ist es beispielsweise der richtige Zeitpunkt zu gehen, wenn ein wichtiger Auftrag zu bearbeiten ist, von dem die Firma stark abhängig und das eigene Know-how quasi unverzichtbar ist?

Keine Erklärung schuldig

Wer kündigt, ist seinem Arbeitgeber keine Erklärung schuldig. Aber man sollte seine Entscheidung dennoch erklären, damit sie leichter zu akzeptieren ist und vielleicht auch zu Veränderungen anregt. Beispielsweise kann die eigene Unzufriedenheit, die zur Kündigung führte, den bisherigen Arbeitgeber dazu bringen, Strukturen im Unternehmen positiv zu verändern.

Formalien

Eine Kündigung des Arbeitsverhältnisses muss in jedem Fall schriftlich per Brief erfolgen - Fax oder E-Mail reichen nicht. Gründe für die Kündigung müssen nicht angegeben werden. Das Schreiben kann persönlich, evtl. mit Zeugen, beim Vorgesetzten oder in der Personalabteilung abgegeben oder per Post- wenn Konflikte erwartet werden z. B. mit Postzustellungsurkunde ? zugeschickt werden. Die unbedingt einzuhaltenden Kündigungsfristen ergeben sich meist aus dem Arbeitsvertrag oder dem Tarifvertrag, in allen anderen Fällen beträgt die Kündigungsfrist vier Wochen bis zum 15. des Monats oder bis zum Monatsende. Wenn die geltende Kündigungsfrist zum Problem wird, ist auch ein Aufhebungsvertrag anstatt der Kündigung mit dem alten Arbeitgeber möglich.

Der Übergang

Professionelles Verhalten ist nicht nur in der unmittelbaren Berufsausübung wichtig, sondern auch im Umfeld. Deshalb ist ja beispielsweise eine Betriebsfeier nicht zu vergleichen mit dem "um die Häuser ziehen" mit Freunden. In der Zeit nach der Kündigung bis zur Verabschiedung gilt es, noch einmal einen guten Eindruck zu hinterlassen. Die notwendige Konzentration und Engagement bis zum Vertragssende aufzubringen, ist selbstverständlich. Häufig besteht ja noch Anspruch auf Resturlaub, der vor dem Neustart in einem anderen Unternehmen dann hilft, frisch uns ausgeruht die neuen Aufgaben anzugehen. Wer zu einem direkten Kontrahenten wechselt, muss darauf achten, keine Betriebsgeheimnisse zu verraten, denn das könnte im Extremfall juristische Konsequenzen nach sich ziehen. Grundsätzlich wirkt eine gewisse Loyalität zum alten Unternehmen durchaus positiv in der neuen Umgebung.

Auch bei einer nicht konfliktfreien Trennung kann ein gelungener, stilvoller Abschied alle Beteiligten versöhnlich stimmen. Es ist nicht zu unterschätzen, wenn eine berufliche Station auf dem Karriereweg zu einer guten Erinnerung wird.

Anzeige

von Dr. Manfred Bergheim

Das könnte Sie auch interessieren

Stellenangebote

Qualitätsingenieur (m/w)

Husqvarna Group

Manager (m/w) Product Compliance GARDENA Division

Prüfingenieur (w/m) für den Kraftfahrzeugverkehr ggf. zur Ausbildung

MEKRA Lang GmbH & Co. KG

Konstrukteur (m/w) in der Produktentwicklung Mechatronik

GiPsy Beratungsgesellschaft für Personal & Organisation mbH

Prozessingenieur (m/w) für die Produktion innovativer Vliesstoffe

Ingenieur (m/w) als Grundsatzplaner Strom

Fachhochschule Münster

Professur "Elektrotechnische Systeme der Gebäudetechnik" (m/w) im Fachbereich Energie, Gebäude,

Stuttgarter Straßenbahnen AG

Bauingenieur (m/w) für die technische Rechnungsprüfung

Fertigungstechnologe (m/w)