Wirtschaftliches Denken und Handeln

Einführung

Allgemeine Beschreibung

Unternehmen sind kein Selbstzweck. Alle Aktivitäten dienen dazu, die Unternehmensziele zu erreichen. In letzter Konsequenz zählt aber, welcher Gewinn dabei herauskommt. In der Hochkonjunktur ergeben sich fast automatisch gute Umsätze und hohe Gewinne. In den Unternehmen wird vielfach auf die kritische Überprüfung von Ausgaben verzichtet. Es wird gegen viele wirtschaftliche Prinzipien verstoßen und Stimmen, die zu mehr Achtsamkeit bei den Kosten mahnen, werden schnell als "Erbsenzähler" tituliert und mit Sätzen "abgebürstet" wie: "Machen Sie sich mal keine Sorgen, die Zahlen sprechen ja für uns!"

Im gesamtwirtschaftlichen Abschwung und während der Konsolidierung sieht die Welt plötzlich anders aus. Besonders dramatisch wird die Situation für Unternehmen, deren Umsätze stagnieren oder schrumpfen während die Kosten stabil bleiben oder sogar wachsen. Jetzt rächen sich das "Kosten-Laissez-Faire" der Vergangenheit und die unflexiblen Kostenstrukturen, die den Parallellauf zwischen Umsätzen und Kosten verhindern. Gefragt ist nun ein radikales Kostenmanagement, damit das Unternehmen nicht in die Verlustzone gerät. Die Budgets werden eng gestaltet und auf strikte Einhaltung gedrängt. Es gibt Kosteneinsparungen an allen Ecken und Kanten.

So war es früher einmal und so ist es auch heute noch in vielen Fällen anzutreffen. Doch im Zeitalter der Analysten, des Share-Holder-Values etc. legen Geld-/Personaleinsparungsmaßnahmen keine Pause mehr ein. Eine Wirtschaft, die sich wieder das alte Prinzip der Gewinnmaximierung verschrieben hat, gibt man sich nicht mehr mit einem „angemessenen“ Gewinn zufrieden. Selbst Unternehmen, die horrende Gewinne einfahren streben danach diese in der nächsten Wirtschaftsperiode zu übertreffen. Konkret heißt das, Führungskräfte sind stärker denn je auf der Jagd nach Geldeinsparungen und neuen Geldquellen. Wer diese Disziplin nicht beherrscht wird sich in Führungspositionen schwer tun.

Alle Aktivitäten sind daher auf Effektivität zu überprüfen. Alles was nützt, d.h. den Umsatz stützt, trägt oder erst ermöglicht, bleibt davon meist relativ unberührt. Unnütze Ausgaben, z.B. im Eventbereich, werden unterlassen. Worte wie Rationalisierung, Prozessoptimierung, Outsourcing, Umstrukturierung usw. machen die Runde. Andererseits sind strategisches und visionäres Denken gefragt, um dem Unternehmen eine neue Zielrichtung zu geben.

In den aktuellen Stellenanzeigen wird von den Ingenieuren immer stärker wirtschaftliches Denken und Handeln gefordert. Dies ist wichtig, damit Ingenieure ökonomische Grenzen und Gesetze erkennen, akzeptieren und bei der Aufgabenausübung gebührend berücksichtigen. Nun ist die Betriebswirtschaft breit angelegt und zeigt viele Vertiefungsrichtungen. Um sich auf allen Gebieten auszukennen bedarf es eines langen Studiums. Doch nicht alles, was an Hochschulen und Universitäten gelehrt wird und sich in Büchern wiederfindet ist für die Praxis wirklich relevant. Wichtig sind generell die Gebiete Kostenrechnung (z.B. Kalkulation), Budgetierung, Controlling, Investitionen, Finanzen. Je nachdem, auf welchem Berufsfeld sich der Ingenieur bewegt, kommen noch andere Gebiete dazu.

Theorie und Praxis

Nur selten sieht die Theorie wie die Praxis und die Praxis wie die Theorie aus.
So können Bücher, Seminare, Fallstudien zu Schlüsselqualifikationen nicht immer vollständig alle praktischen Problemstellungen zu einem Thema und alle speziellen Randbedingungen des einzelnen Arbeitsplatzes berücksichtigen. Ausführungen aus Seminaren und Büchern treffen deshalb so gut wie nie in Reinkultur auf die Praxis zu.

Bei der Anwendung des Gelernten am Arbeitsplatz stellen sich schnell Hürden und Schranken in den Weg. Möchte man die neuen Erkenntnisse dennoch anwenden, bedarf es mehr oder weniger Phantasie. Möglicherweise muss die Reinkultur verlassen und es müssen praxisfähige Abwandlungen, z.B. von Methoden und Instrumenten, kreiert werden. Häufig reicht es auch, die wenigen Punkte aus Büchern und Seminaren heraus zu filtern und anzuwenden, die in der Praxis am ehesten weiterhelfen.

Die obige Erkenntnis sollte nicht übersehen werden, geht es um die Fähigkeiten zu den einzelnen Schlüsselqualifikationen. Sicherlich können die umfangreich dargestellten Fähigkeiten nicht komplett im Bewerbungsprozedere untergebracht werden. Das Studium der Schwerpunkte soll aber zu einer höheren Sensitivität für die Qualifikation führen. Danach muss jeder selbst entscheiden, welche Punkte für den beworbenen Arbeitgeber bedeutend sein könnten, welche er davon aufgreifen möchte und ob er dies in der schriftlichen Bewerbung oder im Vorstellungsgespräch macht.

Zudem können viele Begriffe nur angerissen und nicht detailliert erläutert werden. Hier muss in der betriebswirtschaftlichen Literatur nachgelesen werden. Literaturhinweise finden sich gleichfalls in den nachfolgenden Ausführungen.

Bezeichnungen

Im Stellenangebot stehen in der Regel die Beschreibung der Aufgaben sowie die fachlichen Voraussetzungen des Bewerbers im Mittelpunkt. Anforderungen, die mehr die Persönlichkeit betreffen, werden meist in einem Katalog sich aneinanderreihender Begriffe im unteren Teil der Anzeige gebracht. Die Begriffe wirtschaftliches Denken und Handeln werden dabei direkt genannt oder mit wenigen anderen Begriffen umschrieben wie:

Kaufmännischer Background, Fundierte kaufmännische Basis, Blick für komplexe wirtschaftliche Zusammenhänge, Betriebswirtschaftliche Grundkenntnisse.

In den Anzeigen werden aber teilweise auch Teilbereiche der Betriebswirtschaft herausgegriffen und angesprochen. So wird etwa der "Kostendenker" oder der "Kostenoptimierer" unter den Ingenieuren gesucht.

von Ihr Team von ingenieurkarriere.de

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