Internationalität, Interkulturelle Kompetenz

Einführung

Allgemeine Beschreibung

Deutschland war bis vor kurzem uneingeschränkter "Exportweltmeister". China setzte alle erlaubten und unerlaubten Mittel ein, um den Platzhirsch zu verdrängen. Dies gelang den Chinesen dann auch im Jahre 2009 und setzte sich in 2010 fort. Aufgrund des starken Euros und der übermächtigen chinesischen Wirtschaftsmacht wird es wohl schwierig sein, unter diesen Umständen erneut in die Pool-Position vorzurücken, obwohl der deutsche Export auf die Marke von 1 Billion Euro/Jahr zusteuert. Dennoch ist eines klar, wohl kaum eine andere Volkswirtschaft der Welt ist dermaßen stark vom Wohl und Wehe der internationalen Nachfrage abhängig wie die deutsche. Die errungenen Marktanteile gilt es daher zu verteidigen und auszubauen. Aufgrund obiger Ausführungen verwundert es kaum, wenn auf fast allen Berufsfeldern für Ingenieure internationale Erfahrungen und interkulturelle Kompetenz hoch im Kurs liegen. Meist fallen diese Begriffe nicht explizit in den Stellenausschreibungen. Die Anforderungen ergeben sich aber klar aus den Aufgabenbeschreibungen sowie den fachlichen und sprachlichen Anforderungen. Es stellt sich daher die Frage, wie Ingenieure bei der Stellensuche Internationalität nachweisen können, welche diesbezüglichen Weiterbildungen sinnvoll sind und für welche Projekte auf Aufgaben sie sich beim aktuellen Arbeitgeber verstärkt interessieren und engagieren sollten, um entsprechende Erfahrungen zu sammeln.

Was die Kommunikation betrifft, sind Englischkenntnisse unabdingbar. Naturgemäß fordern Vertrieb, Einkauf, Produktmanagement und Logistik das größte Sprachtalent. Als weitere Fremdsprachen helfen Französisch, Spanisch und Italienisch weiter. Die reine Anwendung der Sprache ist die eine Seite. Besondere Vorteile hat allerdings, wer glaubwürdig darstellt, dass er sich in Landesmentalität und -gepflogenheiten auskennt sowie entsprechende Sensibilität und Einfühlungsvermögen für andere Kulturen besitzt. Diese sind wichtiger als die perfekte Beherrschung der schwierigsten Grammatikregel.
Zudem werden verstärkt hohe Reisebereitschaft gefordert sowie der Wille, eine längere Zeit im Ausland arbeiten zu wollen.

Wenn ein Ingenieur internationalen Erfahrungen auf seinem Berufsfeld besitzt, sollte er sie beim geplanten Stellenwechsel in Anschreiben und Lebensläufen eingängig darstellen und bei der Erstellung von Zwischen- und Abschlusszeugnissen darauf achten, dass ihre Dokumentation nicht zu kurz ausfällt. Sprachliche und mulitkulturelle Fähigkeiten sowie Reisebereitschaft nachzuweisen fällt diesen Ingenieuren besonders leicht. Wer Nachholbedarf in Sachen Internationalität hat, sollte versuchen, beim aktuellen Arbeitgeber an die entsprechenden Erfahrungen zu kommen oder bei einer beruflichen Veränderung das Thema Internationalität in die Überlegungen einbeziehen.

Für Studenten lohnt sich schon während des Studiums die verstärkte Auseinandersetzung mit internationalen Fragestellungen. Bei der Auswahl von Praktika, Jobs und Themen von Studienarbeiten sollten sie priorisiert werden. Sprachkenntnisse müssen Absolventen durch Auslandsstudium, -semester, -praktika oder Sprachkurse nachweisen. Ein teurer Masterabschluss, möglicherweise sogar an einer Top-Hochschule im Ausland, wird dagegen nicht erwartet und kann erst recht nicht die "Vorort"-Praxiserfahrung im jeweiligen Ausland ersetzen. Aber auch bei dieser Schlüsselqualifikation muss vor Übertreibungen und Ausuferungen gewarnt werden. Welcher Eindruck entsteht bei einem Kandidaten, der in kurzer Studienzeit ein Triple-Diplom erreicht hat, also in drei Ländern studierte, und vier Sprachen beherrscht? Für Personaler fällt es in solchen Fällen schwer zu beurteilen, ob sich hier der Dolmetscher oder Ingenieur bewirbt.

Theorie und Praxis

Nur selten sieht die Theorie wie die Praxis und die Praxis wie die Theorie aus.
So können Bücher, Seminare, Fallstudien zu Schlüsselqualifikationen nicht immer vollständig alle praktischen Problemstellungen zu einem Thema und alle speziellen Randbedingungen des einzelnen Arbeitsplatzes berücksichtigen. Ausführungen aus Seminaren und Büchern treffen deshalb so gut wie nie in Reinkultur auf die Praxis zu.

Bei der Anwendung des Gelernten am Arbeitsplatz stellen sich schnell Hürden und Schranken in den Weg. Möchte man die neuen Erkenntnisse dennoch anwenden, bedarf es mehr oder weniger Phantasie. Möglicherweise muss die Reinkultur verlassen und es müssen praxisfähige Abwandlungen, z.B. von Methoden und Instrumenten, kreiert werden. Häufig reicht es auch, die wenigen Punkte aus Büchern und Seminaren heraus zu filtern und anzuwenden, die in der Praxis am ehesten weiterhelfen.

Die obige Erkenntnis sollte nicht übersehen werden, geht es um die Fähigkeiten zu den einzelnen Schlüsselqualifikationen. Sicherlich können die umfangreich dargestellten Fähigkeiten nicht komplett im Bewerbungsprozedere untergebracht werden. Das Studium der Schwerpunkte soll aber zu einer höheren Sensitivität für die Qualifikation führen. Danach muss jeder selbst entscheiden, welche Punkte für den beworbenen Arbeitgeber bedeutend sein könnten, welche er davon aufgreifen möchte und ob er dies in der schriftlichen Bewerbung oder im Vorstellungsgespräch macht.

Zudem können viele Begriffe nur angerissen und nicht detailliert erläutert werden. Hier muss in der Literatur nachgelesen werden. Literaturhinweise finden sich gleichfalls in den nachfolgenden Ausführungen.

Bezeichnungen

Im Stellenangebot stehen in der Regel die Beschreibung der Aufgaben sowie die fachlichen Voraussetzungen des Bewerbers im Mittelpunkt. Anforderungen, die mehr die Persönlichkeit betreffen, werden meist in einem Katalog sich aneinanderreihender Begriffe im unteren Teil der Anzeige gebracht. Die Begriffe Internationalität und interkulturelle Kompetenz werden dabei nicht direkt genannt sondern gehen aus den Beschreibungen der Aufgaben und der Anforderungen hervor:

Internationales Arbeiten, hohe internationale Reisebereitschaft, Auslandseinsätze, verhandlungssicheres Englisch usw.

von Ihr Team von ingenieurkarriere.de

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