Flexibilität, Lernbereitschaft und Lernfähigkeit

Einführung

Allgemeine Beschreibung

Flexibilität und Lernfähigkeit sind angeborene Merkmale eines jeden Menschen. Ohne „geistige Beweglichkeit“ und ohne dem natürlichen Trieb zu lernen, gäbe es im Grunde kein menschliches Leben. Kleinkinder sind mit großem Eifer dabei, die „neue Welt“ zu erkunden, sich unbekannten Situationen zu stellen, sie zu meistern, daran zu lernen und zu wachsen.

Doch schon mit dem Gang in die Schule ändert sich in vielen Fällen das Verhältnis zum Lernen. Der einzelne wird bewertet und seine Fähigkeit und Bereitschaft zu lernen schlägt sich in Noten nieder. Was für den einen zum Erfolg wird, führt beim anderen zur Frustration. Andererseits kann fehlende Lernfähigkeit durch eine höhere Lernbereitschaft teilweise kompensiert werden. Daher haben die vermeintlichen Genies am Ende nicht unbedingt die Nase vorne. Die Erfahrungen mit dem Lernen setzen sich beim Studium und im Beruf fort. Nicht jede Lernaktivität wird belohnt und nicht alles, was gelernt wird, wird wirklich benötigt. Und längst ist nicht gesagt, dass derjenige, der am meisten lernt, wirklich das bessere Diplom, den anspruchsvolleren Job, das höhere Einkommen, den größeren Einfluss ausüben kann und darf. Dennoch ist eines klar, ein breites Wissensspektrum, der Wille neues hinzuzulernen und das Beherrschen effektiver Lernmethoden tragen wesentlich zum beruflichen Selbstbewusstsein und den beruflichen Einsatzmöglichkeiten bei. Sie führen zu der notwendigen Sicherheit geht es darum, neue berufliche Herausforderungen anzunehmen und zu managen.

Lernbereitschaft und Flexibilität bedingen sich gegenseitig. Breites Wissen ermöglicht es, einen Betrachtungsstandort gegen einen anderen auszutauschen und Problem- bzw. Aufgabenstellungen aus sehr unterschiedlichen Blickwinkeln zu sehen und dann zu lösen. Diese Fähigkeit zeugt von hoher geistiger Beweglichkeit. Umgekehrt, wer eine hohe Flexibilität nachweist, hat eine gute grundsätzliche Anlage, sich an neue Situationen heranzuwagen, hieran zu lernen und sie letztlich erfolgreich zu meistern. Häufig wird in zunehmendem Alter die Flexibilität gegen Sicherheit ausgetauscht. Statt zu experimentieren werden gewohnte Wege beschritten. Gerade darin besteht ein hohes Risiko. Wer zu früh den bequemen Weg sucht, läuft als Ingenieur Gefahr, für den eigenen und andere Arbeitgeber unattraktiv zu werden.

Kein Wunder also, dass hier die Forderung nach lebenslangem Lernen laut wird. Allerdings darf sie nicht missverstanden werden. Gemeint ist nicht die willkürliche Ansammlung von akademischen Titeln, Seminaren, Trainings usw. Lebenslanges Lernen wird zur Denkhaltung! Sie bedeutet die Notwendigkeit, Wissen, Erfahrungen, Vorurteile usw. ständig zu überdenken ggf. umzudenken und gezielt Neues hinzuzulernen. Es ist demnach nicht wichtig, wie viel gelernt wird, sondern dass das richtige gelernt wird. Heute geht allerdings häufig auch bei Ingenieuren der Blick für das, was wichtig ist zu lernen, verloren. Statt sich punktuell und permanent weiterzubilden, etwa im Management Accounting, Controlling oder Projektmanagement, nimmt man einmalig den großen Rundumschlag vor und absolviert ein Zweit-/Aufbaustudium. Am liebsten wird viel Geld für ein modisches MBA-Programm in die Hand genommen.

Theorie und Praxis

Nur selten sieht die Theorie wie die Praxis und die Praxis wie die Theorie aus.

So können Bücher, Seminare, Fallstudien zu Schlüsselqualifikationen nicht immer vollständig alle praktischen Problemstellungen zu einem Thema und alle speziellen Randbedingungen des einzelnen Arbeitsplatzes berücksichtigen. Ausführungen aus Seminaren und Büchern treffen deshalb so gut wie nie in Reinkultur auf die Praxis zu.

Bei der Anwendung des Gelernten am Arbeitsplatz stellen sich schnell Hürden und Schranken in den Weg. Möchte man die neuen Erkenntnisse dennoch anwenden, bedarf es mehr oder weniger Phantasie. Möglicherweise muss die Reinkultur verlassen und es müssen praxisfähige Abwandlungen, z.B. von Methoden und Instrumenten, kreiert werden. Häufig reicht es auch, die wenigen Punkte aus Büchern und Seminaren heraus zu filtern und anzuwenden, die in der Praxis am ehesten weiterhelfen.

Die obige Erkenntnis sollte nicht übersehen werden, geht es um die Fähigkeiten zu den einzelnen Schlüsselqualifikationen. Sicherlich können die unter dem Gliederungspunkt „Schlüsselqualifikation“ umfangreich dargestellten Fähigkeiten nicht komplett im Bewerbungsprozedere untergebracht werden. Das Studium der Schwerpunkte soll aber zu einer höheren Sensitivität für die Qualifikation führen. Danach muss jeder selbst entscheiden, welche Punkte für den beworbenen Arbeitgeber bedeutend sein könnten, welche er davon aufgreifen möchte und ob er dies in der schriftlichen Bewerbung oder im Vorstellungsgespräch macht.

Zudem können viele Begriffe nur angerissen und nicht detailliert erläutert werden. Hier muss in der Literatur nachgelesen werden. Literaturhinweise finden sich gleichfalls in den nachfolgenden Ausführungen.

Bezeichnungen

Im Stellenangebot stehen in der Regel die Beschreibung der Aufgaben sowie die fachlichen Voraussetzungen des Bewerbers im Mittelpunkt. Anforderungen, die mehr die Persönlichkeit betreffen, werden meist in einem Katalog sich aneinanderreihender Begriffe im unteren Teil der Anzeige gebracht. Die Begriffe Flexibilität, Lernbereitschaft und Lernfähigkeit werden dabei direkt genannt oder es werden in seltenen Fällen ähnlich Begriffe gewählt, die in die gleiche Richtung abzielen:

Anpassungsfähigkeit, Aufgeschlossenheit, schnelle Auffassungsgabe, Einarbeitungsbereitschaft, Neugierde, Veränderungsbereitschaft, Weiterbildungsbereitschaft, Einarbeitungsfähigkeit

von Ihr Team von ingenieurkarriere.de

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