Analytisches Denken, Systematisches Denken

Einführung

Allgemeine Beschreibung

Keine Frage, ein Ingenieur muss analytisch und systematisch denken können. Dies ist wohl eine der grundlegenden Eigenschaften, die ein Ingenieur schlichtweg mitbringen muss. Diese Eigenschaft ist nicht erst im praktischen Berufsleben wichtig sondern bereits beim Studium. Ohne tiefgreifendes analytisches Vermögen dürften Fächer mit hohem mathematischen und statistischen Anteil, z.B. Numerische Mathematik, Warteschlangentheorie, Simulationsverfahren, Funktionentheorie, Stochastik, Höhere finite Elemente usw. kaum zu schaffen sein. In Klausuren und Prüfungen sind Aufgaben zu lösen, die durchaus Praxisbezug haben, z.B. die Erstellung von R&I-Fließbildern zu einer verfahrenstechnischen Anlage, die Erarbeitung eines Wirkungsplanes zu einer technischen Maschine, die Darstellung einer Maschine in einem Objektmodell, die Aufstellung einer Differentialgleichung zu einem Übertragungssystem. Gleichfalls gibt es nur selten Arbeitsplätze für Ingenieure, auf denen man ohne tieferes analytisches und systematisches Denken und Verständnis über die Runden kommt. In jedem Berufsfeld gibt es eine Reihe von Analysen, die zu erstellen sind, z.B. Risikoanalysen im Produktmanagement, Wertanalysen im Einkauf, Schadensanalysen im Qualitätsmanagement, Analysen von Fertigungsprozessen, Analyse von Reports des technischen Controlling, Wettbewerbsanalysen im Vertrieb, Festigkeits- und Ermüdungsanalysen im Versuch, Machbarkeitsanalysen in der Konstruktion.

Der analytische Ingenieur muss die Motivation mitbringen, Dingen auf den Grund gehen zu wollen. Die Liebe zum Detail ist dabei genauso wichtig wie fundiertes Fachwissen, klare Ordnung der Gedanken, zusammenhängendes und logisches (systematisches) Vorgehen unter Einsatz entsprechender Methoden und Werkzeuge. In der Regel geht es darum, ein bestimmtes Problemfeld richtig einzugrenzen, in Elemente zu strukturieren und letztere im Detail zu durchleuchten. So stellt man Charakteristiken der Elemente fest, lernt deren Funktionen und Wirkungsweisen kennen und durchschaut letztlich das gesamte Zusammenwirken des Systems und dessen Verhalten gegenüber dem Umfeld. Fähigkeiten wie Wesentliches und Unwesentliches unterscheiden zu können, Sinn für Zusammenhänge, Abhängigkeiten und Kausalitäten, zielgerichtetes Experimentieren, Erkennen von allgemeinen Mustern und Übertragen der Erkenntnisse in mathematische Modelle sind gleichfalls Fähigkeiten, die den analytisch geprägten Ingenieur auszeichnen.

Die detaillierte Analysearbeit ist meist die Basis für Entscheidung hinsichtlich von Innovationen, Optimierungen, Modifikationen. Sie ist die Grundlage für anschließende konzeptionelle Tätigkeiten, z.B. Entwurf von Werklayouts, Produktneuentwicklungen, Modifizierung von Anlagenkonzepten usw.

Theorie und Praxis

Nur selten sieht die Theorie wie die Praxis und die Praxis wie die Theorie aus.
So können Bücher, Seminare, Fallstudien zu Schlüsselqualifikationen nicht immer vollständig alle praktischen Problemstellungen zu einem Thema und alle speziellen Randbedingungen des einzelnen Arbeitsplatzes berücksichtigen. Ausführungen aus Seminaren und Büchern treffen deshalb so gut wie nie in Reinkultur auf die Praxis zu.

Bei der Anwendung des Gelernten am Arbeitsplatz stellen sich schnell Hürden und Schranken in den Weg. Möchte man die neuen Erkenntnisse dennoch anwenden, bedarf es mehr oder weniger Phantasie. Möglicherweise muss die Reinkultur verlassen und es müssen praxisfähige Abwandlungen, z.B. von Methoden und Instrumenten, kreiert werden. Häufig reicht es auch, die wenigen Punkte aus Büchern und Seminaren heraus zu filtern und anzuwenden, die in der Praxis am ehesten weiterhelfen.

Die obige Erkenntnis sollte nicht übersehen werden, geht es um die Fähigkeiten zu den einzelnen Schlüsselqualifikationen. Sicherlich können die umfangreich dargestellten Fähigkeiten nicht komplett im Bewerbungsprozedere untergebracht werden. Das Studium der Schwerpunkte soll aber zu einer höheren Sensitivität für die Qualifikation führen. Danach muss jeder selbst entscheiden, welche Punkte für den beworbenen Arbeitgeber bedeutend sein könnten, welche er davon aufgreifen möchte und ob er dies in der schriftlichen Bewerbung oder im Vorstellungsgespräch macht.

Zudem können viele Begriffe nur angerissen und nicht detailliert erläutert werden. Hier muss in der Literatur nachgelesen werden. Literaturhinweise finden sich gleichfalls in den nachfolgenden Ausführungen.

Bezeichnungen

Im Stellenangebot stehen in der Regel die Beschreibung der Aufgaben sowie die fachlichen Voraussetzungen des Bewerbers im Mittelpunkt. Anforderungen, die mehr die Persönlichkeit betreffen, werden meist in einem Katalog sich aneinanderreihender Begriffe im unteren Teil der Anzeige gebracht. Die Begriffe analytisches und systematisches Denken oder analytische Fähigkeiten und systematisches Arbeiten werden dabei direkt genannt oder es werden in seltenen Fällen ähnlich Begriffe gewählt, die in die gleiche Richtung abzielen:

Logisches Denken, strukturiertes Denken/Arbeiten, methodisches Arbeiten, Kombinationsgabe, vernetztes Denken, ganzheitliches Denken usw.

von Ihr Team von ingenieurkarriere.de

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