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Maschinen- und Anlagenbau

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Geschichte war während der Schulzeit nicht unbedingt jedermanns Sache. Spannend wurde es aber immer dann, wenn Erfindungen und Entdeckungen an der Reihe waren. Sicherlich war es interessant, näheres über Gutenbergs Buchdruck und Kolumbus Amerikareisen zu erfahren. Phantasien wurden geweckt. Ähnlich geht es vielen Schülern beim Thema der industriellen Revolution, die durch viele Bahn brechende Erfindungen eingeleitet wurde. Sie haben ein gemeinsames Kennzeichen. Sie stammen aus England, der Wiege der Industrialisierung, und fallen in die Zeit des 18. Jahrhunderts. Allen voran steht, was die Geschichte der Maschinen betrifft, die Erfindung der Dampfmaschine von Newcomern und die legendäre, industrietaugliche Dampfmaschine von James Watt. Aber auch die Erfindungen der mechanisierter Webstühle, Spinnmaschinen und Baumwollentkernungsmaschinen fallen in diese Zeit. Die bis dahin manuell betriebenen Webstühle konnten z.B. durch die Dampfmaschine angetrieben werden. Die Erfindungen übten einen erheblichen Einfluss auf die Fertigungsweisen aus. Wurden in der Vergangenheit hauptsächlich in handwerklichen Betrieben und kleineren Manufakturen meist Einzelteile oder Kleinserien hergestellt, war jetzt der Weg zur Produktion in größeren Mengen frei. Herstellungsprozesse verlagerten sich immer mehr in die Fabriken. Auf dem Kontinent hielt die Industrialisierung Mitte des 19. Jahrhundert Einzug. Unternehmen wie Borsig, Kessler und Maffei prägten die Entwicklung entscheidend mit.

Zu Beginn des 20. Jahrhundert gab es dann umfangreiche Erfindungen des deutschen Maschinenbaus zu vermelden. Hier seien nur ein paar wenige Beispiele für die verschiedensten Einsatzgebiete aufgezeigt. Das Unternehmen Harkort & Co. in Wetter (später Übergang in die DEMAG) nahm 1910 die Produktion der ersten Hebezeuge mit Elektroantrieb auf und Siemens-Halske stellte 1914 auf der DLG-Schau in Hannover seine elektrifizierte Großfräse für den landwirtschaftlichen Einsatz vor. Stihl, der Stuttgarter Spezialist für Motorsägen, brachte 1929 seine erste Baumfällmaschine mit Benzinmotor auf den Markt. In Deutschland schwang sich der Maschinenbau zu einer wesentlichen Wirtschaftsbranche empor. Die Entwicklung führte schließlich zur „zweiten industriellen Revolution“, d.h. zur Automatisierung der Maschinen.

Wichtige Zweige des Maschinen- und Anlagenbaus wurden Maschinen für das Hüttenwesen, Werkzeugmaschinen, Förderanlagen, Baumaschinen und die Landtechnik. Hinzu kamen Produktionsmaschinen und –anlagen aus, die zur diskreten und stetigen Herstellung aller möglichen Produkte zum Einsatz gebracht wurden. Wenn in diesem Zusammenhang von „Anlagen“ die Rede ist, meint dies, im Gegensatz zur einzelnen Maschine, ein Produktionssystem aus mehreren Maschinen, Apparaten, Armaturen, Mess- und Regeleinrichtungen, elektrotechnische Ausrüstungen, möglicherweise Rohrleitungen usw. Zum Großanlagenbau gibt es bei ingenieurkarriere.de ein gesondertes Branchenprofil. Der Großanlagenbau wurde daher nachfolgend teilweise bei den Betrachtungen ausgeklammert. Eine wichtige Rolle spielt auch die Zuliefererindustrie des Maschinen- und Anlagenbaus, die z.B. Werkzeuge, Apparate, Armaturen, Druck- und Prägeformen, Behälter, Antriebe, Steuerungen liefert.

Heute ist der Maschinen- und Anlagenbau nach wie vor die tragende Stütze der deutschen Wirtschaft. Er rangiert noch vor den großen Branchen Elektrotechnik, Automobil- und Chemieindustrie. Kürte der VDMA, Verband der Branche, das Jahr 2007 noch als ein Jahr der Rekorde (Wachstum der realen Produktion von Maschinen und Anlagen in Deutschland um 8 Prozent), nahm auch das Jahr 2008 zunächst ordentlich Fahrt auf. Die Finanzkrise stoppte dann aber Ende 2008 abrupt den Höhenflug. Doch schon 2007 wies der damalige Präsident des VDMA, Dieter Brucklacher, daraufhin, dass ein so hohes Plus selbst in der Investitionsgüterbranche nur selten erreicht werden kann. Letztlich geht jede Wachstumsphase einmal zu Ende, was jedoch lange noch nicht heißt, dass die Branche gänzlich ins Schwimmen gerät. Der deutsche Maschinenbau ist (einmal pauschal geurteilt) weltweiter Technologieführer. Besondere Kennzeichen der Branche sind die große Fertigungstiefe (im Gegensatz zu anderen deutschen Branchen) aufgrund der Einzel- bzw. Kleinserienfertigung sowie die ausgesprochen mittelständische Prägung. Diese Faktoren zusammengesehen sollten der Branche verhelfen, den Konjunkturabschwung gut abzufedern. Keine Branche hat es bisher geschafft, den Maschinen- und Anlagenbau als bedeutendste industrielle Branche in Deutschland abzulösen, zumindest was die Anzahl der Unternehmen und die Anzahl der Beschäftigten der Branche angeht. Und so wird es wohl auch bleiben. Lediglich beim absoluten Umsatz liegt der Fahrzeugbau noch vor dem Maschinen- und Anlagenbau. VDMA Präsident Wittenstein malt daher die Zukunft der Branche nicht schwarz: „Der Rückgang des Auftragseingangs im Maschinenbau im November (2008) von 30 Prozent darf nicht zu überzogenen Reaktionen führen. Hohe Ausschläge der Maschinenbauorders sind für sich genommen nichts Außergewöhnliches. Damit müssen wir immer rechnen, schon wegen der starken Zyklizität der Nachfrage nach Maschinen und Anlagen und der teils sehr hohen Auftragswerte. Der Maschinenbau hat mit seinen innovativen Produkten und Verfahren weltweit nach wie vor hervorragende Wachstumschancen.“ Dennoch wird der weltweite Konjunktureinbruchs beim stark exportabhängigen Maschinenbau Spuren hinterlassen. Ob dies letztlich aber zu einer Krise der Branche oder eher zu einer schöpferischen Pause vor dem nächsten Konjunkturaufschwung führt, bleibt abzuwarten.

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