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Großanlagenbau

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Der Großanlagenbau blickt in Deutschland, gerade was die Nachkriegszeit betrifft, auf eine bemerkenswerte Erfolgsstory zurück. Dies verwundert nicht, denn zahlreiche Fabrikationsstätten in Deutschland und Europa waren zerstört und mussten neu aufgebaut werden. Dieser Zustand bot den gut ausgebildeten Ingenieuren und Technikern umfangreiches Potenzial und die entsprechenden Betätigungsfelder. So wurden komplette Werke und Produktionsanlagen etwa Stahlwerke, Chemieanlagen, Pharmaproduktionen oder große logistische Einrichtungen (z.B. Förderanlagen für den Bergbau) projektiert, geliefert oder vor Ort aufgebaut. Der deutsche Anlagenbau besetzte seinerzeit weltweit die Spitzenposition und trug wesentlich zum nationalen wirtschaftlichen Wachstum bei. Er prägte das Qualitäts- und Gütesiegel „Made in Germany“ entscheidend mit.

Durch die fortschreitende technologische Entwicklung hat auch die Komplexität von Großanlagen immer weiter zugenommen. Neben der Maschinen- und Anlagentechnik spielen daher heute die Verfahrenstechnik, Elektrotechnik, Elektronik, Versorgungstechnik, Umwelttechnik, Bautechnik u.a. ebenfalls eine wesentliche Rolle. Großanlagen beeindruckten die Menschen schon seit jeher. Heute gleicht eine Großanlage nach wie vor einem Wunderwerk der Technik und nur wenige Unternehmen beherrschen das Handwerk, solche Anlagen zu konzipieren und zu realisieren. Die Branche des Großanlagenbaus kann insofern nicht nur in Deutschland sondern weltweit als „geschlossene Gesellschaft“ betrachtet werden. Zu ihr gehören reine Engineeringunternehmen wie auch Unternehmen, die neben dem Engineering wesentliche Teile der Großanlage selbst bauen.

Die deutschen Bauer von Großanlagen bzw. Engineeringunternehmen sind nach wie vor Weltspitze. Die Angebotspalette wurde allerdings gegenüber den früheren Jahren erweitert, wobei die Energiebranche mit ihren Kraftwerken und sonstigen Energieanlagen eine wichtige Stellung einnimmt. Begriffe wie Turn-Key Projekt oder Lump-Sum-Turn-Key Projekt spielen heute in der Branche gleichfalls eine große Rolle. Bei Turn-Key Projekten handelt es sich um schlüsselfertige Großanlagen „mit allem drum und dran“), Lump-Sum-Turn-Key Projekte sind entsprechende Lösungen zum Festpreis. Der Anlagenbauer bzw. das Engineeringunternehmen übernimmt dann die Generalunternehmerschaft (General Contractor).

Über den aktuellen Stand der Branche und deren Zukunft gibt die AGAB (Arbeitsgemeinschaft organisierter Großanlagenbauer im VDMA) regelmäßig Auskunft. Die nachfolgenden Informationen beziehen sich auf den Zeitraum Mitte 2007 bis Mitte 2008). Bis vor Kurzem profitierte die Branche stark von der „Geldschwemme“ der Erdöl produzierenden Länder im nahen Osten und der Aufrüstung Chinas zu einer der führenden Wirtschaftsnationen der Welt. Zudem nahm die Bedeutung der Länder Indien, Russland, Brasilien, Türkei und Mexiko zu. Auch der weltweit steigende Energiebedarf hinterließ in dieser Branche seine Spuren und dokumentierte sich in der Nachfrage nach deutscher (fossiler) Kraftwerkstechnik. Darüberhinaus spielten Anlagen für die chemische Industrie, Hütten- und Walzwerke bei der internationalen Nachfrage eine wichtige Rolle. Erfreulicherweise gab es in den Vorjahren aber auch eine Beflügelung der Inlandsnachfrage, wobei auch hier das Kraftwerkgeschäft dominierte. Zudem konnten die Anbieter für elektrotechnische Ausrüstungen gute Auftragseingänge verbuchen. Offensichtlich sah das produzierende Gewerbe optimistisch in die Zukunft und die besehenden Kapazitäten waren entsprechend ausgelastet. Entscheidende Impulse kamen jedoch für den Großanlagenbau in der Vergangenheit meist von den Auslandsmärkten. Die Exportquote lag bei sage und schreibe rund 80%. Die Branche war daher schon immer international aufgestellt und befand sich seit den letzten Jahren in Rekordlaune, was Auftragseingänge und Umsätze betraf. Dieter Rosenthal, Sprecher der Arbeitsgemeinschaft Großanlagenbau rechnet 2009 mit einem schwierigem Jahr. Der Auftragseingang wird aufgrund von Kreditrestriktionen und die schwache Nachfrage deutlich sinken. Rosenthal: „Im Branchenschnitt sichern die bisher akquirierten Auftrage die Auslastung der Kapazitäten bis Ende 2009. Der Großanlagenbau ist auf einen Abschwung vorbereitet und kann diesen meistern.“

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