Übersicht
Der Ursprung der Logistik liegt weder in der Neuzeit noch in den Ingenieurwissenschaften. Mit der Anfertigung des ersten Rades, mehrere hundert Jahre vor der Geburt Christi, war im Prinzip die Logistikbranche geboren. Man kann sich gut vorstellen, dass Räder erstmals in der Landwirtschaft eingesetzt wurden. Später folgten dann weitere geniale logistische Erfindungen wie etwa die Aquädukte im römischen Reich. Die Logistik machte im Zeitalter der Industrialisierung überhaupt erst die volks- und betriebswirtschaftliche Arbeitsteilung im größeren Stile möglich. Neben den Verkehrsmitteln waren Wege zu erstellen. In erster Linie forderte dies Handwerker und Straßenbauer. Zudem kam es auf die richtige Standortwahl des Betriebes an, um Märkte wirtschaftlich bedienen zu können. Die Minimierung der Transportkosten rückte in den Mittelpunkt der Überlegungen. Keine Wunder, dass die Standorttheorie einen wichtigen Teil der klassischen Betriebswirtschaft ausmachte. Auch für das Militär spielte die Logistik stets eine herausragende Rolle, worauf letztlich z.B. der Bau von Autobahnen zurückgeht.
Die Logistik als Branche und unternehmerische Aufgabe war schon immer von erheblicher volks- und betriebswirtschaftlicher Bedeutung. Die Branche bietet seit eh und je viele Arbeitsplätze. Das Gesicht der Logistik in den Unternehmen und in der Branche hat sich jedoch erheblich gewandelt. Zwar spielt der Transport zwischen Orten im Zuge der Globalisierung nach wie vor eine wichtige Rolle, betrachtet wird aber heute die gesamte Supply Chain, d.h. der Weg von Produkten vom Lieferanten bis zum Kunden bzw. Point of Sales (POS). Auf diesem Weg wird in der Beschaffungslogistik, Lagerlogistik, Distributionslogistik und im Vertrieb organisatorisch und technisch optimiert.
Manuelle Förder-, Lager- und Transportvorgänge werden zunehmend durch automatisierte innerbetriebliche Materialflüsse abgelöst. An die Stelle von Förderbändern, Transportkarren, Flaschenzügen usw. treten hochautomatisierte und –technisierte Anlagen mit modernster Informationstechnik (Hardware, Anwendungssoftware, Steuerungen). Zu deren Realisierung ist das Know How von Informatikern, Maschinenbau- und Elektroingenieuren notwendig. Für die Optimierung aller logistischen Vorgänge, Material- und Informationsflüsse bieten viele Consulting-Unternehmen ihre Dienste an. Weiterhin gibt es unzählige Software- und Hardwareunternehmen sowie Unternehmen der Automatisierungstechnik, die sich dem Thema der Logistik widmen. Betriebswirtschaftler, Wirtschaftsingenieure, Ingenieure und Informatiker arbeiten hier Hand in Hand.
Es dreht sich in der Branche der Logistik alles um die Organisation, Steuerung, Realisierung und Optimierung von Materialflüssen in Unternehmen des produzierenden Gewerbes, des Handels und der Distributionszentren. Dazu zählen auch Flug- und Seehäfen. Die gesamte Branche, die innerbetriebliche/interne logistische Lösungen in der beschriebenen Form anbietet, wird heute zunehmend mit dem Begriff „Intralogistik“ bezeichnet. Zum gesamten Berufsfeld der Logistik gehört natürlich auch die außerbetriebliche Transportlogistik. Diese bildet im Grunde ein komplett anderes Berufsfeld: Transport und Verkehr.
Die rege Betriebsamkeit auf dem Gebiet der Logistik resultiert aus dem erheblichen Kosten- und Erfolgsdruck der Unternehmen. Je schwieriger es ist, Gewinne durch höhere Absatzzahlen zu steigern, desto mehr konzentrieren sich die unternehmerischen Bemühungen auf die Kostenseite. Bekanntermaßen waren und sind die Einsparpotenziale in der Logistik erheblich. Hierbei spielt sowohl die externe als auch die interne Logistik eine Rolle. Im Rahmen der Globalisierung stellen zudem immer mehr Unternehmen den Standort auf den Prüfstand. Teil- oder Komplettverlagerungen ins Ausland sind die Folge. Die Logistikbranche gilt schlechthin als „Zukunftsbranche“.