Übersicht
Mit der Anschaffung von Maschinen, Anlagen, elektronischen Systemen oder einzelnen Komponenten ist es meist nicht getan. Anfänglich sind umfangreiche Montage-, Installations- und Inbetriebsetzungsarbeiten nötig, um z. B. eine Energieerzeugungsanlage, Verpackungsmaschine, Montagelinie, Prozessanlage, Hebe- oder Fördereinrichtung usw. in Aktion zu setzen. Häufig werden die Neuanschaffungen nicht alleinstehend betrieben. Sie müssen in ein bestehendes System, z. B. eine Produktionslandschaft, integriert werden, was die Aufgabe für Inbetriebnahmeingenieure nicht gerade erleichtert. Sie müssen Sorge für die reibungslose Funktionsfähigkeit der einzelnen Elemente der Neuanschaffung und deren richtiges Zusammenspiel im Gesamtsystem tragen. Dazu sind Feintuning, Optimierungen, Tests usw. notwendig. Möglicherweise ist eine Maschinen- oder Anlagensteuerung in Betrieb zu nehmen.
Läuft die Produktion, sind alle Gewerke, z. B. Elektrik/Elektronik, Mechanik, Maschinentechnik, Verfahrenstechnik, Ver- und Entsorgung, oder einzelne Fertigungsbereiche zu überwachen und zu betreuen. Der Ist-Zustand wird mit Sichtkontrollen, Inspektionen und Funktionsprüfungen festgestellt. Es werden Schwachpunkte erkannt, Maßnahmen erarbeitet und ergriffen. Im Rahmen der Wartung geht es um die Aufrechterhaltung der Funktionsfähigkeit bis zum nächsten Wartungszeitpunkt. Dadurch sollen Produktionsausfälle verhindert werden. Instandsetzungsmaßnahmen werden im Störfall ergriffen. Die Reparaturen zur Wiederherstellung des Soll-Zustandes müssen fachgerecht und schnell ausgeführt werden, um die Stillstandszeiten zu minimieren. Die vorbeugende Instandhaltung soll solche Störfälle verhindern. Daher müssen Instandhaltungsstrategien ausgearbeitet werden. Besonders spannend wird es, wenn die Aktivitäten im laufenden Betrieb ergriffen werden müssen, weil z. B. vier Schichten an jedem Tag des Jahres gefahren werden.
Bei der Wartung, Instandhaltung und Inbetriebnahmen dreht sich alles um die Erzielung einer hohen Anlagenverfügbarkeit, die Erhaltung einer hohen Betriebssicherheit, die Einhaltung von Lieferterminen und natürlich auch der Budgets. Instandhaltungs- und Wartungstechniker bzw. -Ingenieure leisten diese Arbeit. Dabei wird meist in fachübergreifenden Teams gearbeitet. Weil jeder Störfall anders aussieht, kann man sich vorstellen, dass der Techniker bzw. Ingenieur über umfangreiche Erfahrungen und gutes technisches Wissen verfügen muss, um z. B. werkstoff-, maschinen-, apparatebezogene Lösungen für Probleme zu erarbeiten. Vielfach werden die Fach- und Führungskräfte dieser Disziplin in einer Einrichtung, z. B. einem bestimmten Werk, eingesetzt. Sie können aber auch für einen bestimmten Kundenstamm, für verschiedene Werke usw. zuständig sein, die im In- und Ausland verstreut liegen, woraus wechselnde Einsatzorte resultieren. In der Wartung, Instandhaltung und Inbetriebnahme arbeiten Menschen, die ihr Ohr im wahrsten Sinne des Wortes an der Technik haben und selbst gerne Hand anlegen. Auch bei den Führungskräften sind daher in erster Linie Pragmatiker gefordert, die sich in der Sache auskennen.
Branchen, in denen für den Funktionsbereich „Wartung, Instandhaltung, Inbetriebnahme“ neue Arbeitskräfte (Ingenieure, Techniker) gesucht werden, geordnet nach Anzeigenaufkommen in ingenieurkarriere.de:
Die Begriffe Instandhaltung, Inbetriebnahme und Wartung treten in Stellenausschreibungen von Unternehmen in der Regel alleinstehend auf. Häufiger finden sich die Aufgaben auch im beschreibenden Text von Stellenanzeigen für Entwicklung/Konstruktion, Fertigung/Montage, Vertrieb/Service als Teilaufgabe wieder. Umgekehrt werden öfter Aufgaben der Qualitätssicherung und Arbeitssicherheit als Teilaufgaben in Stellenanzeigen für Wartung, Instandhaltung und Inbetriebnahme genannt. Positionsbezeichnungen für dieses Berufsfeld werden oftmals mit Begriffen wie Betriebsingenieur, Instandhaltungsingenieur, Inbetriebnahmeingenieur überschrieben. Oft werden diese Titel dann mit der jeweiligen ingenieurtechnischen Fachrichtung kombiniert, z. B. Automatisierungstechnik, Maschinentechnik, Lüftungstechnik, Energietechnik. Selten sind die Gegenstände in der Positionsbezeichnung direkt zu erkennen, mit denen sich der Ingenieur auseinandersetzen soll: Kraftwerke, Etikettiermaschinen, Abwasseraufbereitungsanlagen usw.
Die Datenbasis für die nachstehenden Ausführungen lieferten Auswertungen zum Online-Stellenmarkt und zur Bewerberdatenbank von ingenieurkarriere.de.